Forscher des Cedars-Sinai Medical Center haben gezeigt: Die Transplantation von Knochenmark junger Mäuse in alte Tiere verlangsamt die Alterung des Gehirns. Dies könnte Wege zur Bekämpfung kognitiven Abbaus beim Menschen aufzeigen.
Knochenmark, das schwammartige Gewebe in den Knochen, bildet täglich Milliarden neuer Blutzellen. In einer Studie erhielten 18 Monate alte Mäuse Knochenmark von vier Monate alten oder gleichaltrigen Spendern. Sechs Monate später schnitten die Tiere mit jungem Knochenmark in Tests zu Aktivität, Lernfähigkeit, räumlichem und Arbeitsgedächtnis deutlich besser ab.
Analysen des Hippocampus – einer zentralen Region für das Gedächtnis – offenbarten mehr Synapsen, also Verbindungen zwischen Neuronen, die für die Gehirnfunktion entscheidend sind. Blutzellen aus jungem Knochenmark erhalten offenbar diese Synapsen im Alter.
Das Team prüft nun klinische Anwendungen für Menschen. „Wir erleben eine Ära mit mehr Älteren und steigender Alzheimer-Häufigkeit, die das Gesundheitssystem belastet“, betont Prof. Clive Svendsen, Co-Senior-Autor der Studie. Knochenmarktransplantationen sind beim Menschen noch nicht machbar, doch Svendsen entwickelt personalisierte Blutstammzellen.