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Hausstaub fördert Übergewicht: Duke-Studie zu endokrinen Disruptoren in Chemikalien

Wenn Sie in diesem Jahr abnehmen möchten, lohnt sich ein gründlicher Frühlingshaushaltsputz. Forscher der Duke University haben nachgewiesen, dass Hausstaub Chemikalien enthält, die die Gewichtszunahme begünstigen können.

Endokrine Disruptoren – Chemikalien, die körpereigene Hormone nachahmen – wurden im Hausstaub identifiziert. Sie können die Bildung neuer Fettzellen im menschlichen Körper anregen, wie die Experten berichten. Besonders bei Kindern könnte dies zu einem überdurchschnittlichen Fettwachstum führen.

Diese Stoffe stammen aus alltäglichen Produkten wie Waschmitteln, Reinigern, Farben und Kosmetika. Bei regelmäßiger Nutzung lagern sie sich an Staubpartikeln ab.

Frühere Laborexperimente mit isolierten Fettzellen zeigten: Kontakt mit diesen endokrinen Disruptoren aus Hausstaub führt zu einer Anreicherung von Triglyceriden – Fetten, die der Körper aus überschüssigen Kalorien speichert. Hormone lösen später deren Freisetzung zur Energiegewinnung aus.

Tierstudien bestätigen: Solche Chemikalien erhöhen das Risiko für Fettleibigkeit.

Für die aktuelle Studie sammelten die Wissenschaftler fast 200 Hausstaubproben aus Haushalten in North Carolina. Im Labor extrahierten sie über 100 Chemikalien und testeten sie auf ihre Fähigkeit, Fettzellen in Zellkulturen zu fördern.

Rund 70 Chemikalien zeigten einen signifikanten Effekt auf die Fettzellbildung. Besonders hoch konzentriert waren sie in Staub aus Haushalten übergewichtiger oder fettleibiger Kinder.

„Das ist eine der ersten Studien, die Zusammenhänge zwischen Innenraumschadstoffen und der metabolischen Gesundheit von Kindern beleuchtet“, erklärt leitender Forscher Dr. Christopher Kassotis von der Nicholas School of the Environment an der Duke University. „Zwei Drittel der Staubextrakte förderten bei 100 Mikrogramm – einer 1.000-mal geringeren Dosis als der tägliche Konsum von Kindern – die Fettzellbildung und Hälfte die Vermehrung von Vorläuferzellen.“

Das Team plant weitere Untersuchungen, um die Rolle einzelner Chemikalien bei Kindesfettleibigkeit präzise zu klären.