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UCL-Studie warnt: Meditation kann Angst und unangenehme Emotionen auslösen

Meditation ist heutzutage weit verbreitet – von buddhistischen Mönchen bis zu Prominenten in Los Angeles. Befürworter loben ihre Vorteile wie die Beruhigung eines rastlosen Geistes und das Erwecken von Frieden, Wohlbefinden und sogar Glücksgefühlen.

Eine neue Studie der University College London (UCL) beleuchtet jedoch eine dunkle Seite. In einer internationalen Online-Umfrage mit über 1.200 regelmäßigen Meditierenden berichteten mehr als ein Viertel von „besonders unangenehmen“ psychischen Erfahrungen, darunter Angstzustände und verzerrte Emotionen.

Bei Praktizierenden „dekonstruktiver“ Meditationsformen, die auf Einsicht in den Geisteszustand abzielen – wie der Koan-Praxis im Zen-Buddhismus –, lag die Quote bei fast 30 Prozent. Männer und nicht-religiöse Personen berichteten häufiger von negativen Erlebnissen, ergaben die Analysen.

„Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, das öffentliche und wissenschaftliche Verständnis von Meditation über reine Gesundheitsvorteile hinauszuerweitern“, erklärt Leitforscher Marco Schlosser von der UCL-Abteilung für Psychiatrie. „Wir wissen noch zu wenig darüber, warum, wann und wie solche Probleme entstehen. Weitere Forschung muss klären, ob unangenehme Erfahrungen Teil der meditativen Entwicklung sind oder schlicht vermieden werden sollten.“

Die Studie hat Einschränkungen: Sie erfasste nur die Häufigkeit unangenehmer Erlebnisse, nicht deren Art, Schwere oder Auswirkungen. Zudem wurden bestehende psychische Vorerkrankungen der Teilnehmer nicht berücksichtigt.

„Bisherige Forschung fokussierte sich auf Vorteile – nun muss das Spektrum erweitert werden, ohne voreilige Warnungen“, betont Schlosser. „Längsschnittstudien könnten zeigen, wann und bei wem Risiken drohen und ob Langzeitfolgen bestehen. Dies könnte Ausbildungen für Lehrer und klinische Richtlinien prägen.“