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Menschliches Gehirn prädestiniert für Musik: Studie zeigt starke Präferenz für tonale Klänge

Eine neue Studie des National Institute of Neurological Disorders and Stroke (NINDS) in Maryland, USA, belegt: Das menschliche Gehirn ist einzigartig auf das Hören von Musik eingestellt. Im Vergleich zu Rhesusaffen (Makaken) reagieren wir deutlich stärker auf Töne mit musikalischen Tonhöhen und bevorzugen diese gegenüber rauschenden Klängen. Dahinter könnten unsere Sprache und Leidenschaft für Musik stecken.

Das Forschungsteam unter Leitung von Dr. Bevil Conway vom NINDS untersuchte die Unterschiede in der auditive Verarbeitung bei Menschen und Makaken. „Wir fanden heraus, dass eine spezifische Region unseres Gehirns Geräusche mit Tonhöhe stärker bevorzugt als das Gehirn von Makaken“, erklärt Conway.

Der auditive Kortex, der für die Verarbeitung von Geräuschen zuständig ist, wurde mittels nicht-invasiver fMRT-Scans analysiert. So konnte die Aktivität der Hörregion präzise gemessen werden.

Die getesteten Klänge gliederten sich in zwei Kategorien: Rauschen ohne Tonhöhe (z. B. das 'verschwommene' Signal eines ungestimmten Radios oder Flüstern) und reine Töne mit Tonhöhe (z. B. ein gesungener Ton mit einziger Frequenz). Normale menschliche Sprache und Makakenrufe enthalten beides.

Zunächst hörten die Probanden Reihen von Tönen und vergleichbaren Geräuschen. Beim Menschen aktivierte sich die Hörbarke bei Tönen deutlich stärker als bei Rauschen. Makaken zeigten hingegen kaum Unterschiede in der Reaktion.

Ferner isolierten die Wissenschaftler Tonhöhen- und Rauschanteile aus Makakenrufen. Selbst bei natürlichen Affengeräuschen bevorzugten Makaken keine tonaleren Varianten – Menschen hingegen schon.

„Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Makaken Musik und Geräusche anders wahrnehmen als wir“, betont Conway. „Ihre visuelle Wahrnehmung ähnelt der unseren weit mehr. Welche Klänge haben unsere evolutionären Vorfahren geprägt?“

Zwei zentrale menschliche Verhaltensweisen erklären den Unterschied: Sprache und Musik. „Tonale Elemente in Sprache und Musik könnten die Organisation unseres auditorischen Kortex geformt haben“, erläutert Conway. Unser Gehirn hat sich an diese kulturell bedeutsamen Klänge angepasst.

„Das könnte auch erklären, warum Affen auditive Aufgaben, die für Menschen einfach sind, nur mühsam lernen“, fügt er hinzu.