Eine neue Studie niederländischer Forscher am Radboud University Medical Center zeigt: Ein bewährtes Medikament gegen Bluthochdruck könnte Alzheimer-Patienten helfen.
Alzheimer ist die häufigste Demenzform und betrifft 62 Prozent der Betroffenen. Es gibt kein Heilmittel; Ursachen sind weitgehend unbekannt. Frühe Forschung deutet jedoch auf eine reduzierte Gehirndurchblutung hin.
In der doppelblinden Studie mit 44 Patienten mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Erkrankung erhielten Teilnehmer sechs Monate lang entweder Nilvadipin oder ein Placebo. Blutfluss im Gehirn wurde vorab und nachher per MRT gemessen – weder Patienten noch Forscher kannten die Zuweisung.
Ergebnis: Bei Nilvadipin-Nutzern stieg der Blutfluss in Gedächtnis- und Lernzentren um 20 Prozent. Dieser Kalziumkanalblocker entspannt Gefäße und fördert so die Durchblutung.
„Diese Therapie ist vielversprechend, da sie den Gehirnblutfluss nicht mindert, was mehr schaden könnte“, erklärt Lead-Autor Dr. Jürgen Claassen. „Trotz Risiken könnte sie die Gehirngesundheit bei Alzheimer erhalten.“
Die Studie war klein und kurzfristig, doch die Experten fordern weitere Forschung, um zu prüfen, ob besserer Blutfluss das Fortschreiten verzögern kann.