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Michael Mosley: Wie viel Schlaf brauchen Sie wirklich? – Wissenschaftliche Fakten

Kürzlich habe ich meinen 62. Geburtstag gefeiert. Insgesamt bin ich in guter Form, doch eines der lästigen Symptome des Älterwerdens ist, dass mein Schlaf flacher und unruhiger geworden ist. Heute schaffe ich selten mehr als sieben Stunden pro Nacht – oft weniger. Wie entscheidend ist ausreichend Schlaf wirklich?

Vor Jahren war ich an einem BBC-Experiment in der Serie Trust Me, I’m A Doctor beteiligt, um die Folgen von unter sieben Stunden Schlaf zu erforschen. Freiwillige kamen ins Schlaflabor der University of Surrey.

Die Teilnehmer wurden zufällig zwei Gruppen zugeteilt: Eine schlief sechseinhalb Stunden, die andere siebeneinhalb. Nach einer Woche folgten Bluttests, dann wechselten die Gruppen die Schlafdauer.

Computertests zeigten erwartungsgemäß Einbußen bei geistiger Beweglichkeit bei Schlafmangel. Die Blutanalysen lieferten jedoch die spannendsten Ergebnisse.

Dr. Simon Archer, Mitforscher der Studie, erklärte: „Rund 500 Gene waren betroffen – einige aktivierten sich, andere deaktivierten.“ Bei Schlafmangel stiegen Gene für Entzündungen, Immunreaktionen, Stress, Diabetes und Krebsrisiko an. Mehr Schlaf kehrte dies um.

Sogar eine zusätzliche Stunde Schlaf wirkt sich merklich aus. Qualität zählt ebenso: Eine Studie der University of Rochester Medical School (Science Advances) belegt, dass Tiefschlaf das glymphatische System aktiviert – es spült Abfallstoffe wie Beta-Amyloid und Tau aus dem Gehirn.

Mit dem Alter wird Schlaf leichter und fragmentierter. Dies erklärt das höhere Alzheimer-Risiko bei Schlafmangel. Fazit: Die meisten Erwachsenen brauchen sieben Stunden qualitativ hochwertigen Schlaf. Die Frage ist: Wie erreichen Sie das?