Was ist CBD-Öl?
Die Cannabispflanze Cannabis sativa enthält zahlreiche Wirkstoffe, darunter THC und CBD. THC (Tetrahydrocannabinol), der Hauptwirkstoff von Marihuana, verursacht den berauschenden Effekt. CBD (Cannabidiol) ist hingegen nicht psychoaktiv und verändert das Bewusstsein nicht.
CBD-Öl dient als gängige Form zur Aufnahme von CBD. Die Substanz wird aus der Pflanze extrahiert und mit einem Trägeröl wie Hanfsamenöl verdünnt. Es lässt sich pur einnehmen oder in Getränke und Lebensmittel mischen. In Großbritannien ist es in Reformhäusern erhältlich.
Wie wirkt CBD?
Der menschliche Körper besitzt zwei Cannabinoid-Rezeptortypen: CB1- und CB2-Rezeptoren. CBD bindet dort ähnlich wie körpereigene Endocannabinoide und kann so Prozesse wie Bewegung, Schmerzempfindung, Emotionen und Stimmung beeinflussen. Dieses Feld ist Gegenstand intensiver Forschung, viele Mechanismen werden noch erforscht.
Ist CBD legal?
Die meisten Cannabinoide gelten als kontrollierte Substanzen und sind illegal.
CBD aus EU-zugelassenem Industriehanf ist jedoch im Vereinigten Königreich unter Bedingungen legal: Der Hanfstamm darf maximal 0,2 % THC enthalten, und dieses THC darf nicht leicht separierbar sein. Cannabisöle mit höherem THC-Gehalt sind hingegen unzulässig.
Seit der Gesetzesänderung im November 2018 dürfen Fachärzte Patienten mit Multipler Sklerose oder Epilepsie cannabisbasierte Medikamente verschreiben. Online- oder frei verkäufliche CBD-Produkte erfüllen jedoch selten die strengen Standards und können illegal sowie riskant sein.
Ist CBD-Öl wirksam?
Viele Anwender berichten von Linderung bei Schmerzen, Entzündungen, Angstzuständen und Unruhe. Wissenschaftliche Studien können derzeit nicht bestätigen, ob die CBD-Mengen in gängigen Produkten ausreichen. Die Forschung läuft auf Hochtouren, doch definitive Antworten fehlen noch.
CBD-Produkte aus Reformhäusern oder Online-Shops unterliegen keiner Arzneimittelkontrolle jenseits der THC-Grenze. Als Mediziner raten wir: Rezeptfreie CBD-Präparate bieten keine Qualitätsgarantie. Der Inhalt ist oft unklar und unkontrolliert.
Bei welchen Erkrankungen kann CBD-Öl helfen?
Die Liste potenzieller Einsatzgebiete ist lang, doch Belege sind meist vorläufig.
CBD gilt als natürliches Schmerz- und Entzündungsmittel, z. B. bei Morbus Crohn. Kleine Mausstudien zeigen Reduktion chronischer Entzündungen und Schmerzen – vielversprechend, aber Humanstudien fehlen noch.
Es könnte bei Angst, Stimmungsschwankungen und Schlaflosigkeit helfen.
Bekannt wurde CBD durch Epilepsie: Studien belegen krampflösende Wirkungen. Reine CBD-Präparate reduzieren Anfälle bei manchen Patienten um über 40 %. Eltern schwer erkrankter Kinder greifen daher oft zu illegalen Online-Produkten – mit Risiken.
Erste Mausstudien im Journal of Alzheimer's Disease deuten hin, dass CBD frühe Alzheimer-Symptome mildern könnte, z. B. Gesichtserkennung. Am National Institute for Health Maudsley BRC wird getestet, ob CBD Unruhe und Aggression lindert. Es ist ein spannendes Feld, aber noch zu früh für Empfehlungen.