Im Vereinigten Königreich leben derzeit rund 850.000 Menschen mit Demenz. Laut Schätzungen der Alzheimer's Society könnte diese Zahl bis 2051 auf über 2 Millionen ansteigen. Eine Heilung gibt es nicht, doch intensive soziale Kontakte im mittleren Alter können das Risiko mindern und die Krankheitsentwicklung verzögern, wie eine Studie des University College London (UCL) zeigt.
Das Forschungsteam analysierte Daten zu sozialen Kontakten von 1985 bis 2013 und prüfte anschließend Patientenakten bis 2017 auf Demenzdiagnosen.
Personen, die mit 60 Jahren fast täglich Freunde und Verwandte trafen, wiesen ein 12 Prozent geringeres Demenzrisiko auf als jene, die nur alle paar Monate ein- oder zweimal jemanden sahen.
Ähnliche, aber schwächere Effekte zeigten sich bei sozialen Kontakten mit 50 und 70 Jahren.
"Sozial Engagierte trainieren kognitive Fähigkeiten wie Gedächtnis und Sprache, was kognitive Reserven aufbaut. Das schützt nicht vor Gehirnveränderungen, hilft aber, altersbedingte Symptome und Demenz besser zu bewältigen", erklärt Professorin Gill Livingston. "Mehr Zeit mit Freunden fördert zudem das Wohlbefinden und oft körperliche Aktivität – beides schützt vor Demenz."