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Krebszellen fressen Nachbarzellen nach Chemotherapie: Entdeckung der Tulane University

Krebszellen verschlingen benachbarte Zellen, um nach einer Chemotherapie nachzuwachsen. Diese faszinierende Entdeckung stammt von Forschern der Tulane University School of Medicine in New Orleans. Sie identifizierten in Mausmodellen vollständige Zellen, die in Krebszellen eingeschlossen waren.

Chemotherapeutika greifen gezielt die DNA von Krebszellen an und führen in den meisten Fällen zu deren Absterben.

Bei bestimmten Brustkrebszellen ruft die Therapie jedoch nur eine Art Betäubung hervor: Eine Phase der Seneszenz, in der die Zellen schlummern, anstatt zu sterben. Diese seneszenten Zellen können zu Rückfalltumoren führen und verschlechtern die Überlebenschancen bei betroffenen Patientinnen erheblich.

James Jackson, Mitforscher der Studie, hatte zuvor festgestellt, dass Brustkrebszellen mit einer TP53-Mutation auf Chemotherapie mit Seneszenz reagieren. Das Team untersuchte nun, wie diese Zellen trotz Ruhezustand wieder wachsen können.

„Es ist entscheidend, die Eigenschaften dieser seneszenten Krebszellen zu entschlüsseln, die ihr Überleben nach der Therapie ermöglichen“, betont Crystal A. Tonnessen-Murray, eine der beteiligten Wissenschaftlerinnen.

Im Labor beobachteten die Experten, wie seneszente Krebszellen ganze Tumorzellen verschluckten. Nach der Aufnahme werden diese verdaut und stellen dem Krebs die notwendigen Nährstoffe und Energie für das Tumorwachstum zur Verfügung.

Diese „Hannibal-Zellen“ überlebten deutlich länger als solche ohne Kannibalismusverhalten. Der Effekt trat sowohl in Zellkulturen als auch in Maus-Tumoren auf. Ähnliches Verhalten fanden die Forscher bei Lungen- und Knochenkrebs.

„Die Blockade dieses Prozesses könnte bahnbrechende Therapien eröffnen. Besonders Brustkrebspatientinnen mit TP53-vermittelter Seneszenz sprechen schlecht auf Chemo an und haben niedrige Überlebensraten“, erklärt Jackson.