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Studie der New York University: Nikotin aus E-Zigarettenrauch verursacht Lungenkrebs bei Mäusen

Laut einer Studie in der renommierten US-Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences löst der Rauch von E-Zigaretten bei Mäusen Lungenkrebs aus.

Prof. Moon-shong Tang von der New York University leitete die Untersuchung. Dabei entwickelten 9 von 40 Mäusen (22,5 %), die 54 Wochen lang nikotinhaltigem Vape-Rauch ausgesetzt waren, Lungenkrebs. Keine der 20 Mäuse mit nikotinfreiem Vape-Rauch erkrankte.

„Tabakrauch zählt zu den gefährlichsten Umwelteinflüssen, denen Menschen täglich ausgesetzt sind. Das Risikopotenzial von Vape-Rauch für die menschliche Gesundheit ist jedoch noch nicht ausreichend erforscht“, erklärt Tang.

Tang rät jedoch zur Vorsicht bei der Auslegung der Ergebnisse: Die Studie basiert auf einer kleinen Mäusegruppe, die lebenslang krebsanfällig ist. Die Tiere inhalierten den Rauch nicht wie Menschen, sondern waren in einer Rauchwolke umgeben.

„Diese Mäuseergebnisse lassen keine direkten Rückschlüsse auf menschliche Erkrankungen zu. Sie unterstreichen aber die Notwendigkeit, Vape-Rauch gründlich zu prüfen, bevor er als sicher gilt oder so vermarktet wird“, betont Tang.

Die Publikation erscheint kurz nach US-Meldungen über Lungenkrankheiten und Todesfälle im Zusammenhang mit Vaping. Daraufhin erließen Bundesstaaten wie Michigan, New York, Massachusetts und Rhode Island Notfallverbote für aromatisierten Dampfverkauf. San Francisco und Indien verboten Dampfprodukte komplett.

In Großbritannien sieht Public Health England Vaping hingegen als weniger riskant als Tabakrauchen an – und als effektive Raucherentuchungshilfe. Niedrige Nikotinobergrenzen und strenge Werbevorschriften verhindern dort einen US-ähnlichen Boom.

Entscheidend ist, ob Nikotin allein krebserregend wirkt. Frühere Studien widersprechen sich, doch die Mehrheit der Experten sieht Zusatzstoffe in Tabakblättern als Ursache: Sie wandeln Nikotin in krebserregende Nitrosamine um.

Tangs Team fand zudem bei 23 von 40 Mäusen (57,5 %) mit Nikotin-Vape-Rauch eine Blasenhyperplasie – ein früher Krebsanzeiger. Nur eine von 17 Mäusen mit nikotinfreiem Rauch zeigte dies.

„Die nikotinbedingten DNA-Veränderungen sind wahrscheinlich die Hauptursache für Karzinogenese bei vape-exponierten Mäusen“, fasst Dr. Herbert Lepor von der New York University zusammen, Mitautor der Studie.

„Als Nächstes erweitern wir die Mäuseanzahl, variieren Expositionszeiten und analysieren genetische Veränderungen durch Vape-Rauch detaillierter.“