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Dunkle Schokolade: Könnte sie Depressionen vorbeugen und das Gehirn schützen?

Als leidenschaftlicher Schokoladenliebhaber – vor allem Milchschokolade, aber auch dunkle Varianten – hat mich eine aktuelle Studie besonders gefreut: „Menschen, die dunkle Schokolade essen, sind weniger anfällig für Depressionen“. Diese Erkenntnis stammt von Forschern des University College London und wurde in der Fachzeitschrift Depression & Anxiety veröffentlicht. Sie analysierten die Schokoladenkonsumgewohnheiten von über 13.000 Erwachsenen mittels Ernährungsfragebögen und verglichen diese mit Depressionswerten aus dem Patient Health Questionnaire.

Nach Abgleich mit Störfaktoren wie Körpergröße, Gewicht, Familienstand, ethnischer Herkunft, Bildung, Einkommen, körperlicher Aktivität und Rauchen ergab sich: Verzehr von dunkler Schokolade senkt das Risiko für klinische Depressionen um 70 Prozent im Vergleich zu Nicht-Schokoladenessern.

Dr. Sarah Jackson, die leitende Autorin, mahnt zu Vorsicht: Beobachtungsstudien wie diese erlauben keine Kausalitätsaussagen. Mögliche Erklärungen: Depressive verlieren das Interesse an Schokolade – was unwahrscheinlich scheint – oder gemeinsame Faktoren schützen vor beidem.

Angenommen, dunkler Schokoladenkonsum wirkt positiv auf die Stimmung: Flavonoide, starke Antioxidantien in dunkler Schokolade, reduzieren Entzündungen. Zudem ist sie ballaststoffreich – meine dunkle Tafel liefert 10 Prozent, Kakaopulver sogar 30 Prozent pro Portion.

Diese Kombination fördert „gute“ Darmbakterien, die entzündungshemmende kurzkettige Fettsäuren produzieren. Da Entzündungen im Gehirn mit Depressionen assoziiert sind, entsteht ein plausibler Zusammenhang über das Mikrobiom.

Randomisierte Studien fehlen noch, doch eine kleine Untersuchung in Cardiovascular System zeigte: 30 gesunde Erwachsene, die einen Monat täglich 8 Gramm (ein kleines Stück) 70-prozentige Kakaoschokolade aßen, wiesen eine über 50-prozentige Steigerung der arteriellen Durchblutung auf.

Dunkle Schokolade wird wohl kein Antidepressivum, doch sie schmeckt gut und könnte mehr bieten als gedacht.