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Bluttest auf zellfreie DNA vorhersagt Überlebenschancen bei Glioblastom-Patienten

Ein Team von Forschern der University of Pennsylvania hat einen innovativen Bluttest entwickelt, der die Prognose bei Glioblastom multiforme (GBM) – der aggressivsten Form von Hirntumoren – zuverlässig vorhersagen kann.

Diese sogenannte Flüssigbiopsie quantifiziert die Menge an zellfreier DNA (cfDNA), die Tumorzellen in den Blutkreislauf abgeben. Die Ergebnisse, publiziert in der renommierten Fachzeitschrift Clinical Cancer Research, zeigen erstmals: Höhere cfDNA-Konzentrationen korrelieren mit schlechteren Überlebenschancen.

Dr. Erica L. Carpenter, leitende Studienautorin und wissenschaftliche Assistenzprofessorin für Medizin an der University of Pennsylvania, erklärt: „Flüssigbiopsien werden zunehmend bei Lungenkrebs eingesetzt, da ihre Wirksamkeit nachgewiesen ist. Bei Hirntumoren war dies bislang unterbelichtet.“

In England machen GBMs rund 55 Prozent der bösartigen Hirntumore aus – jährlich etwa 2.200 Neudiagnosen (Public Health England). Die Prognose ist ernüchternd: 50 Prozent der Patienten überleben nicht länger als sechs Monate.

GBM-Tumore sind hochgradig heterogen mit vielfältigen genetischen Mutationen, was Therapien erschwert: Behandlungen gegen spezifische Mutationen wirken oft nur teilweise.

In einer Studie mit 42 frisch diagnostizierten GBM-Patienten wurden Blutproben bei Diagnose, vor Operation und während Chemo- und Strahlentherapie entnommen.

Patienten mit niedrigen cfDNA-Werten vor der OP (28 Fälle) zeigten fast doppelt so langes progressionsfreies Überleben wie die 14 mit höheren Werten.

Die Autoren betonen: Die Ergebnisse generieren Hypothesen und erfordern größere Validierungsstudien.

Stephen J. Bagley, Assistenzprofessor an der Perelman School of Medicine: „Bei Bestätigung könnte ein simpler Bluttest genauere Aussagen über Tumorprogression und Mutationen liefern als Bildgebung allein.“