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E.coli-Infektionen: Vor allem durch mangelnde Toilettenhygiene, nicht durch rohes Fleisch

Neue Forschungsergebnisse zeigen: E. coli-Bakterien verbreiten sich hauptsächlich durch unzureichende Toilettenhygiene – und seltener durch unzureichend gegartes Fleisch oder andere Lebensmittel.

Ein Team der University of East Anglia hat nachgewiesen, dass viele Superbug-Infektionen mit E. coli durch resistent machende Stämme aus menschlichen Fäkalien stammen, nicht aus Hühner-, Schweine- oder Rindfleisch.

Die Wissenschaftler untersuchten Stämme, die das Enzym Extended Spectrum Beta-Lactamase (ESBL) produzieren und dadurch Antibiotika widerstehen. Die Analyse ergab nur eine „kleine Überkreuzung“ von ESBL-E. coli von Tieren auf Menschen.

Die Ergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet Infectious Diseases veröffentlicht. Die Forscher betonen: Diese Superkeime werden „durch schlechte Toilettenhygiene übertragen, nicht durch zu wenig gegartes Hähnchen oder andere Lebensmittel“.

Professor David Livermore von der Norwich Medical School der University of East Anglia, Leiter der Studie, erklärt: „Die große Mehrheit der ESBL-E. coli-Stämme, die menschliche Infektionen verursachen, stammt nicht aus der Nahrungskette.“

„Stattdessen – und das ist unangenehm – übertragen sie sich direkt von Mensch zu Mensch, etwa durch Kotpartikel, die von einer Person in den Mund einer anderen gelangen.“

Laut Prof. Livermore ist E. coli in England mit über 40.000 Fällen jährlich die häufigste Ursache für Blutvergiftungen, davon etwa 10 Prozent durch hochresistente ESBL-Stämme.

E.coli-Infektionen: Vor allem durch mangelnde Toilettenhygiene, nicht durch rohes Fleisch

Diese Bakterien leben meist harmlos im Darm von Mensch und Tier. Manche Stämme führen jedoch zu Lebensmittelvergiftungen, Harnwegsinfektionen oder schweren Blutinfektionen.

Um die Verbreitungswege zu klären, sequenzierten die Experten Genome von ESBL-E. coli aus menschlichen Blut-, Stuhlproben und Abwässern sowie aus Rind-, Schweine- und Hühnerfleisch.

Die Stämme aus menschlichen Proben waren sich sehr ähnlich, unterschieden sich aber deutlich von tierischen. Es gibt also nur wenige Übertragungen von Tieren auf Menschen.

Dennoch raten die Forscher zu sorgfältiger Hygiene beim Kochen, da andere E. coli-Stämme und Bakterien über Nahrung übertragen werden können.

Prof. Livermore: „Im Fall von ESBL-E. coli ist Händewaschen nach dem Toilettengang entscheidend.“

Professor Neil Woodford von Public Health England kommentiert: „Gegen Antibiotikaresistenz müssen wir Infektionen primär verhindern – durch gründliches Händewaschen, gute Infektionskontrolle und effektive Behandlung von Harnwegsinfektionen.“

„Zusammen mit umsichtigem Antibiotikaeinsatz bei Mensch und Tier schützen wir diese lebenswichtige Ressource.“