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Studie enthüllt: Luftverschmutzungsspitzen lösen täglich 124 zusätzliche Herzinfarkte in englischen Städten aus

Spitzenwerte der Luftverschmutzung in englischen Städten führen zu Hunderten zusätzlicher Herzinfarkte, Schlaganfälle und akuter Asthmaanfälle – im Vergleich zu Tagen mit sauberer Luft. Das zeigt eine aktuelle Studie des renommierten King’s College London.

Die Untersuchung unterstreicht die erheblichen kurzfristigen Gesundheitsrisiken der Luftverschmutzung, die jährlich bis zu 36.000 Todesfälle verursacht.

Basierend auf Daten aus neun englischen Städten – London, Birmingham, Bristol, Derby, Liverpool, Manchester, Nottingham, Oxford und Southampton – ereigneten sich an Tagen mit hohen Schadstoffwerten (obere Hälfte des Jahresdurchschnitts) im Schnitt 124 zusätzliche Herzinfarkte außerhalb des Krankenhauses.

Diese Zahl stammt aus Notrufdaten und umfasst nicht die Fälle bei bereits hospitalisierten Patienten. Zudem gab es durchschnittlich 231 zusätzliche Krankenhausaufnahmen wegen Schlaganfällen sowie 193 bei Kindern und Erwachsenen aufgrund von Asthma.

Simon Stevens, CEO von NHS England, bezeichnet diese Zahlen als "Gesundheitsnotfall".

"Wie diese neuen Daten belegen, löst Luftverschmutzung Tausende von Herzinfarkten, Schlaganfällen und Asthmaanfällen aus. Der Klimanotstand ist somit auch ein akuter Gesundheitsnotstand. Diese vermeidbaren Todesfälle geschehen jetzt – nicht erst 2025 oder 2050. Wir müssen sofort handeln", betonte er. Der NHS werde seinen CO2-Fußabdruck radikal senken, Lieferketten und Transport anpassen.

In London war das Risiko am höchsten: 87 zusätzliche Herzinfarkte, 144 Schlaganfälle sowie 74 Kinder und 33 Erwachsene mit Asthma im Krankenhaus.

Birmingham folgte mit 12 extra Herzinfarkten, 27 Schlaganfällen, 15 Kindern und 11 Erwachsenen wegen Asthma.

In Bristol, Liverpool, Manchester, Nottingham, Oxford und Southampton stiegen Herzinfarkte um 2 bis 6, Schlaganfälle um 2 bis 14 und Asthmaaufnahmen bis zu 14.

Nur Derby zeigte keine Zunahme bei Herzinfarkten.

Langfristig birgt hohe Luftverschmutzung Risiken wie gestörtes Lungenwachstum und niedriges Geburtsgewicht. Eine Reduktion um ein Fünftel könnte Lungenkrebsfälle in diesen Städten um 5 bis 7 Prozent senken.

Dr. Heather Walton von der Environmental Research Group am King’s College London: "Die Gesundheitsauswirkungen rechtfertigen dringend Maßnahmen gegen Luftverschmutzung. Studien belegen ein breites Spektrum an Effekten jenseits der Lebenserwartung."

Die Daten wurden vor dem International Clean Air Summit veröffentlicht, organisiert von Londons Bürgermeister Sadiq Khan und UK100 – einem Netzwerk für 100% erneuerbare Energie bis 2050.

Polly Billington, UK100-Direktorin: "Lokale Behörden brauchen mehr Befugnisse, Ressourcen und einen WHO-konformen Zeitplan gegen diese Gesundheitskrise."

Der vollständige Bericht folgt im November.