Hyperrealistische Silikonmasken sind so überzeugend, dass sie ein Fünftel der Betrachter täuschen. Forscher der Universitäten York und Kyoto haben dies in einer umfassenden Studie mit 240 Teilnehmern aus Großbritannien und Japan nachgewiesen.
Diese Masken imitieren menschliche Gesichter bis ins kleinste Detail – inklusive Sommersprossen, Falten und Haarsträhnen. Mit Preisen um 1.000 Pfund werden sie zunehmend erschwinglich und könnten von Kriminellen als perfekte Tarnung genutzt werden, warnen die Experten.
Die Probanden sollten Paare von Fotos beurteilen: echtes Gesicht oder Maske? In 20 Prozent der Fälle wurden sie getäuscht. Im realen Leben dürfte die Täuschungsrate sogar höher ausfallen, da viele Menschen von der Existenz solcher Masken nichts ahnen.
Dr. Rob Jenkins vom Department of Psychology der University of York erklärt: „Die Fehlerquote in der realen Welt ist wahrscheinlich viel höher, da viele nicht einmal wissen, dass hyperrealistische Masken existieren, und nicht darauf achten.“ Er betont: „Die aktuelle Generation ist tatsächlich sehr realistisch – die meisten haben Probleme, Kunst von Natur zu unterscheiden.“
Gesichtsmasken sind kein neues Phänomen, doch ihr Realismusgrad wirft neue Sicherheitsfragen auf. Bekannte Fälle umfassen Dutzende Verbrechen in den USA, bei denen Täter ihr Aussehen veränderten. In Großbritannien gab es drei dokumentierte Raubüberfälle (Schmuck 2009, Bankraubserie 2012, Schmuck 2015). Kürzlich nutzte eine internationale Bande eine Maske, um als französischer Minister Geschäftsleute um Millionen zu betrügen.

Dr. Jet Sanders, Doktorand an der University of York, unterstreicht: „Das Übersehen synthetischer Gesichter kann Sicherheit und Kriminalprävention massiv beeinträchtigen, da Schlüsselmerkmale falsch identifiziert werden.“ Er fügt hinzu: „Bei 1.000 Pfund pro Stück werden sie durch Fortschritte günstiger und verbreiteter.“
Die Forscher schließen: „Menschen misstrauen zurecht fotorealistischen Bildern wegen Manipulationen. Bald könnten ähnliche Bedenken reale Gesichter betreffen.“
Die Studie erschien in Cognitive Research: Principles and Implications.