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Studie der Uni Manchester: Arthritis-Medikamente könnten Brustkrebs-Metastasen in Knochen stoppen

Bestandteile gängiger Arthritis-Medikamente, die im NHS eingesetzt werden, könnten die Ausbreitung von Brustkrebs verhindern, wie eine neue Studie nahelegt.

Experten der University of Manchester und der University of Sheffield schlagen vor, Medikamente wie Anakinra, Canakinumab und Sulfasalazin neu zu nutzen, um Brustkrebszellen daran zu hindern, sich in den Knochen festzusetzen.

Forscher entdeckten, dass das Protein Interleukin-1-beta, das aus dem Knochenmark freigesetzt wird, Brustkrebszellen aktiviert, sekundäre Tumore in den Knochen zu bilden.

Tierversuche an Mäusen zeigten, dass dieses Molekül durch etablierte Arthritis-Medikamente blockiert werden kann.

Die Studie, hauptsächlich finanziert von Breast Cancer Now und veröffentlicht in Nature Communications, bewies, dass Anakinra Brustkrebs-Metastasen im Knochen weitgehend verhinderte: Nur 14 Prozent der behandelten Mäuse entwickelten sekundäre Tumore, gegenüber 42 Prozent in der Kontrollgruppe.

Laut Breast Cancer Now werden jährlich rund 55.000 Frauen und 370 Männer im Vereinigten Königreich mit Brustkrebs diagnostiziert – der häufigsten Krebsart. Etwa 11.500 Frauen sterben pro Jahr daran, meist durch Metastasen in Knochen, Gehirn, Lunge oder Leber.

Brustkrebsstammzellen treiben die Metastasierung voran; gesunde Zellen fördern dies durch Freisetzung spezifischer Moleküle.

In der Studie züchteten Forscher Brustkrebszellen in Knochenmark-Flüssigkeit und identifizierten Interleukin-1-beta als Schlüsselfaktor für ihr Wachstum.

Die Ergebnisse ebnen den Weg für klinische Studien bei Brustkrebs-Patientinnen, um Knochenmetastasen zu verhindern.

Weitere Forschung ist nötig, um Interaktionen mit Immuntherapien und anderen Krebsbehandlungen zu klären.

Hauptautorin Dr. Rachel Eyre von der University of Manchester: „Wir prüfen nun, ob ähnliche Prozesse Brustkrebswachstum in Leber und Lunge begünstigen. Unser Ziel: Hochrisikopatientinnen identifizieren und bestehende Medikamente einsetzen, um Metastasierung zu stoppen.“

Baroness Delyth Morgan, CEO von Breast Cancer Now: „Diese Ergebnisse sind ein Meilenstein bei der Repurposing-Strategie. Gut verträgliche Arthritis-Medikamente könnten sekundären Brustkrebs in den Knochen verhindern – weitere Studien sind essenziell.“