Neueste Untersuchungen belegen: Langes Schlafen, ausgedehnte Mittagsschläfchen und Schlafstörungen gehen mit einem bis zu 85 % erhöhten Schlaganfallrisiko einher. Als renommierte Quelle in der Neurologie-Forschung demonstrieren wir hier fundierte Erkenntnisse aus einer großen Kohortenstudie.
Menschen, die nachts mehr als neun Stunden schlafen oder regelmäßig länger als 90 Minuten ein Nickerchen halten, erleiden bis zu 25 % häufiger einen Schlaganfall als solche mit moderaten Schlafgewohnheiten. Forscher der Huazhong University of Science and Technology in Wuhan, China, stellten fest: Schlechte Schlafqualität erhöht das Risiko um 29 %.
In der prospektiven Studie mit 31.750 gesunden chinesischen Erwachsenen (Durchschnittsalter 61,7 Jahre) wurden Schlaf- und Nickerchengewohnheiten erfasst. Über eine durchschnittliche Nachbeobachtungszeit von sechs Jahren traten 1.438 definitive und 119 wahrscheinliche Schlaganfälle auf.
Langschläfer mit neun oder mehr Stunden Nachtschlaf wiesen ein 23 % höheres Risiko auf im Vergleich zu denen mit sieben bis unter acht Stunden. Bei Nickerchen über 90 Minuten lag das Risiko 25 % höher als bei unter 30 Minuten.
Kombiniert – langes Schlafen plus langes Nickerchen – stieg das Risiko um 85 %. Langschläfer mit schlechter Schlafqualität hatten gar ein 82 % höheres Schlaganfallrisiko.
Studienleiter Xiaomin Zhang erklärt: „Weitere Forschungen sind nötig, um den Zusammenhang zu klären. Frühere Arbeiten zeigen jedoch, dass Langschläfer oft ungünstige Cholesterinwerte und erhöhten Taillenumfang aufweisen – beides bekannte Schlaganfallrisikofaktoren. Zudem deutet exzessives Schlafen und Nickerchen auf einen inaktiven Lebensstil hin, der das Risiko weiter steigert.“
In Großbritannien ereignen sich jährlich rund 100.000 Schlaganfälle.
Die Studie erschien in der renommierten Fachzeitschrift Neurology.