Dean Burnett ist Neurowissenschaftler, Komiker und Wissenschaftsautor. Als Vater von Kindern, die bald in die Teenagerphase eintreten, kennt er die Herausforderungen aus erster Hand. Sein neues Buch Why Your Parents Are Driving You Up the Wall and What To Do About It taucht tief in die Wissenschaft des Teenagergehirns ein und erklärt, was dort vor sich geht.
Im Science Focus Podcast spricht er über die emotionale Achterbahn der Pubertät und warum Teenager ihr Zimmer nicht aufräumen. Wir haben ihm Fragen von Teenagern und Eltern gestellt. Hier seine fundierten Antworten:
Josie, 17 Jahre: Warum tun meine Eltern genau das, was sie mir verbieten? Meine Mutter sagt: „Schrei nicht durch die Wände, komm her und sprich von Angesicht zu Angesicht“, schreit mich aber selbst an. Was kann ich tun?
Das ist ein klassischer Punkt. Eltern sind oft inkonsistent, ohne es zu merken. Ihr Alltag ist voller Pflichten – Arbeit, Haushalt –, und es ist einfacher, zu rufen, als die Treppe hochzulaufen. Sie sollten es nicht tun, aber es passiert.
Ähnlich mit Smartphones: Eltern verbieten sie den Kindern, starren aber selbst drauf. Kein Wunder, dass Teenager frustriert sind. „Mach, was ich sage, nicht was ich tue“ nervt, gerade wenn man Unabhängigkeit sucht.
Tipp: Zeig es ruhig auf, z. B.: „Du sagst mir, ich soll nicht durch die Wände schreien, tust es aber selbst. Verstehst du, woher ich komme?“ Die meisten Eltern, die sich bemühen, reagieren positiv. Wähle einen ruhigen Moment, wie in der Küche. Das zeigt Reife.
Studien belegen: Konflikte lösen sich besser durch Dialog. Schreien hilft nicht. Wenn du eine gute Beziehung anstrebst, sprich neutral an. Eltern wollen konsequent sein – hilf ihnen dabei.
Jenny, Mutter von vier Kindern (10–18 Jahre): Ich gebe mein Wissen weiter, aber sie hören nicht. Warum?
Als Elternteil bist du nicht die gewünschte Instanz. Teenager rebellieren, um Unabhängigkeit zu gewinnen – ein evolutionärer Mechanismus gegen Stagnation.
Der Belohnungsteil des Gehirns reift früh: Kindheitsfreuden wirken verblasst, neue Reize locken. Eltern werden von Helden zu „Wächtern“. Zustimmung kommt jetzt von Peers, nicht von Mama/Papa.
Es wird besser: Im Erwachsenenalter schätzen viele Elternratschläge. Bleib dran, Weisheit klingt oft kontrollierend – Geduld zahlt sich aus.
Dan, Vater von zwei Teenagern: Als Teenager hab ich argumentiert, auch wenn ich wusste, ich liege falsch. Warum? Und wie gehe ich mit meiner Tochter um?
Argumente werden selbst zum Ziel. Emotionen überrollen die Ratio – es geht ums Gewinnen, nicht ums Thema.
Teenager fühlen sich gefangen: „Sei verantwortlich, aber folge meinen Regeln.“ Jeder Sieg zählt für Kontrolle.
Tipp aus der Forschung: Finde Einigungs Punkte. Statt Streit ums Outfit: „Wenigstens nicht so schlimm wie Tante Mabels.“ Positives Verstärken reduziert Konflikte und stärkt Beziehungen.
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Sogar banale Streits wie nasse Handtücher werden episch. Eltern suchen Ordnung, Teens Freiheit. Einvernehmliche Punkte helfen enorm.