DeuAq.com >> Leben >  >> Wissenschaft

Studie belegt: Ultra-verarbeitete Lebensmittel steigern Typ-2-Diabetes-Risiko um 15 Prozent

Eine aktuelle Studie zeigt, dass ein hoher Anteil ultra-verarbeiteter Lebensmittel (UPFs) in der Ernährung das Risiko für Typ-2-Diabetes deutlich erhöht.

UPFs wie zuckerhaltige Limonaden und verarbeitetes Fleisch sind in der westlichen Ernährung allgegenwärtig. Frühere Untersuchungen haben ihren Konsum bereits mit höherer Gesamtmortalität sowie chronischen Erkrankungen wie Krebs und Herz-Kreislauf-Leiden in Verbindung gebracht.

Neue Forschungsergebnisse, veröffentlicht in JAMA Internal Medicine, beleuchten nun den Zusammenhang mit Diabetes.

In einer Beobachtungsstudie mit 21.800 Männern und 82.907 Frauen ergaben sich absolute Typ-2-Diabetes-Raten von 113 Fällen pro 100.000 Personenjahre bei den geringsten UPF-Verzehrern – im Vergleich zu 166 Fällen bei den höchsten Verzehrern.

Die Teilnehmer waren mindestens 18 Jahre alt und stammten aus der französischen NutriNet-Santé-Kohorte (2009–2019). Die Daten basierten auf wiederholten 24-Stunden-Ernährungsprotokollen, die den üblichen Konsum von über 3.500 Lebensmitteln erfassten.

Diese wurden mittels des Nova-Klassifikationssystems nach Verarbeitungsgrad eingeteilt – unabhängig von Nährwerten, sondern basierend auf Verarbeitungsumfang und -zweck.

Für jeden Teilnehmer wurde der UPF-Anteil am Gesamtgewicht der Nahrung (in Gramm pro Tag) berechnet. Im Schnitt machten UPFs 17,3 Prozent der aufgenommenen Lebensmittel aus.

Die Analyse ergab: Eine 10-prozentige Steigerung des UPF-Anteils korreliert mit einem 15-prozentig höheren Typ-2-Diabetes-Risiko. Nach sechs Jahren Follow-up hatten 821 Teilnehmer Diabetes entwickelt.

Die Ergebnisse blieben robust, auch nach Anpassung an Einflussfaktoren wie Adipositas und Aktivitätsniveau.

Autoren wie Dr. Bernard Srour vom Pariser Forschungszentrum für Epidemiologie und Statistik betonen: „Diese Befunde deuten auf einen klaren Zusammenhang zwischen UPF-Konsum und Typ-2-Diabetes-Risiko hin.“ Sie fordern Bestätigung in weiteren Kohorten und Untersuchungen zu Mechanismen.

Professor Kevin McConway, emeritierter Statistik-Experte der Open University, merkt an: „Die Studie klärt Kausalitäten nicht vollständig. Analysen einzelner UPFs wären hilfreich, doch selbst mit 100.000 Teilnehmern fehlen oft ausreichend Daten.“

Dr. Duane Mellor, Ernährungswissenschaftler an der Aston University, unterstreicht: „Es handelt sich um eine Assoziation, keine Kausalität. Die Anpassung an Nährstoffe wie Fett, Zucker und Salz birgt potenzielle Verzerrungen.“