Experten der Loughborough University haben in einer umfassenden Meta-Analyse gezeigt, dass die Angabe der notwendigen körperlichen Aktivität zur Verbrennung von Kalorien aus Nahrung und Getränken gesunde Entscheidungen effektiver fördert als herkömmliche Kalorienlisten.
Die PACE-Kennzeichnung (Physical Activity Calorie Equivalent) informiert Verbraucher präzise: Wie viele Minuten Laufen oder Kilometer Radfahren sind nötig, um die Kalorien eines Produkts zu verbrennen?
Die Royal Society for Public Health plädiert dafür, dieses System anstelle der aktuellen Nährwert- und Kalorienangaben einzuführen.
Die Forscher erklären: Reine Kalorien- oder Fettangaben ändern Kauf- und Essverhalten nur begrenzt, da viele Menschen deren Bedeutung für die Energiebilanz nicht erfassen.
Bei flächendeckender Umsetzung könnte PACE täglich bis zu 200 Kalorien pro Person einsparen – ein Schlüssel zur Bekämpfung der Fettleibigkeit, da chronischer Überschuss kleiner Kalorienmengen maßgeblich beiträgt.
Sie analysierten 14 randomisierte kontrollierte Studien zu Auswirkungen von PACE im Vergleich zu anderen Etiketten oder keinem Labeling auf Auswahl, Kauf und Verzehr von Lebensmitteln und Getränken (ohne Alkohol).
Ergebnis: Mit PACE wurden weniger Gramm konsumiert, weniger Kalorien gewählt und verzehrt als bei Alternativen.
Pro Mahlzeit sanken Auswahl um rund 65 Kalorien und Verzehr um 80–100 Kalorien – skalierbar auf 200 Kalorien täglich.
Hinweis der Experten: Viele Studien fanden nicht in realen Settings wie Supermärkten oder Restaurants statt.
Kontextfaktoren wie Marketing, Zeitdruck oder Preise könnten Effekte modulieren. Die Autoren fordern Feldstudien in der Praxis.
Sie betonen: „PACE ist eine unkomplizierte Maßnahme, einfach umsetzbar auf Verpackungen, Regaletiketten oder Menükarten in Restaurants und Fast-Food-Läden.“
„Gesundheitsbehörden sollten sie als Strategie gegen Fettleibigkeit und Folgeerkrankungen prüfen.“
Duncan Stephenson, stellvertretender Vorsitzender der Royal Society for Public Health: „Diese Forschung unterstützt unsere Forderung nach aktivitätsequivalenter Etikettierung.“
„Eigene Studien belegen: Sie lässt Verbraucher zweimal über Kalorien nachdenken – und vervielfacht die Bereitschaft zu mehr Bewegung im Vergleich zu anderen Labels.“
„PACE verknüpft Kalorienaufnahme direkt mit Energieverbrauch und adressiert so die Ursachen der Fettleibigkeitsepidemie.“
„Weitere Tests in realen Umfeldern sind essenziell. Kleine Effekte addieren sich zu großen Einsparungen bei Gewichtszunahme.“
Die Studie erschien im Journal of Epidemiology & Community Health.