Experten warnen: Schwere bakterielle Infektionen wie Lungenentzündung, Sepsis und Meningitis könnten durch alterspezifische Impfstoffe signifikant reduziert werden.
Neueste Forschung des Wellcome Sanger Institute, Imperial College London und Simon Fraser University empfiehlt, Impfstrategien gegen Streptococcus pneumoniae anzupassen. Dies minimiert Antibiotikaresistenzen und schützt vulnerable Gruppen wie Säuglinge und Senioren.
Die Wissenschaftler plädieren für Impfstoffe, die auf bakterielle Serotypen zugeschnitten sind – Gruppen mit ähnlichen Strukturen innerhalb einer Art –, unter Berücksichtigung von Regionen und Altersgruppen.
Dr. Nicholas Croucher vom Imperial College London, Mitautor der Studie, erklärt: „Unsere Analysen zeigen, dass optimale Impfstoffe von lokalen Bakterienstämmen abhängen, die länderweise variieren. Altersgruppen spielen eine Schlüsselrolle. Diese Erkenntnisse helfen, Erfolge aus reichen Ländern auf hochbelastete Regionen zu übertragen.“
Streptococcus pneumoniae kolonisiert meist harmlos die Nasenhöhle, kann aber invasive Pneumokokken-Erkrankungen (IPD) wie Lungenentzündung, Sepsis oder Meningitis auslösen.
Mithilfe von Computersimulationen prognostizierten die Forscher optimierte Impfdesigns für Altersgruppen, Regionen und Bakterienpopulationen – mit Potenzial für geringere Krankheitsraten.
Die Studie zeigt: Erwachsenen-Impfstoffe, abgestimmt auf Säuglingsimpfungen, könnten Erkrankungen bei Erwachsenen um fast 50 Prozent senken.
Fazit der Experten: Impfprogramme müssen lokal und altersgerecht angepasst werden.
Professorin Caroline Colijn von Simon Fraser University und Wellcome Sanger Institute ergänzt: „Diese Optimierung bekämpft invasive Erkrankungen bei Jung und Alt, reduziert Resistenzen und nutzt Genomdaten für evidenzbasierte Politik.“
Die Ergebnisse erscheinen in Nature Microbiology.