Patienten, die vor dem 50. Lebensjahr an Parkinson erkranken, könnten mit gestörten Gehirnzellen geboren worden sein. Das legen aktuelle Forschungsergebnisse nahe.
Experten vermuten, dass diese Anomalien jahrzehntelang unbemerkt bleiben. Ihre Entdeckung deutet zudem auf ein potenzielles Medikament hin, das den Prozess korrigieren könnte.
Parkinson entsteht, wenn Dopamin-produzierende Neuronen im Gehirn geschädigt werden oder absterben. Dopamin koordiniert Muskelbewegungen. Typische Symptome sind Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifheit, Tremor und Gleichgewichtsstörungen. In den meisten Fällen bleibt die Ursache unbekannt – eine Heilung gibt es bisher nicht.
Leitender Autor Dr. Clive Svendsen, Direktor des Regenerative Medicine Institute am Cedars-Sinai und Professor für biomedizinische Wissenschaften und Medizin, erklärt: „Unsere Methode eröffnete ein Blickfenster in die Vergangenheit, um zu prüfen, wie gut Dopamin-Neuronen von Geburt an bei Patienten funktionierten.“
Die Forscher wandelten adulte Blutzellen von Patienten mit früher Parkinson in pluripotente Stammzellen (iPSCs) um – einen embryonalen Urzustand. Diese iPSCs können jeden Zelltyp des Körpers bilden, genetisch identisch zum Patienten.
In der Studie, veröffentlicht in Nature Medicine, generierten sie daraus Dopamin-Neuronen von drei Patienten, kultivierten sie in Petrischalen und analysierten deren Funktion. Zwei Schlüsselanomalien fielen auf:
Erstens die Anhäufung von Alpha-Synuclein, einem Protein, das in den meisten Parkinson-Formen zentral ist. Zweitens fehlfunktionierende Lysosomen – zelluläre „Mülleimer“, die Proteine abbauen. Dies begünstigt die Alpha-Synuclein-Ansammlung.
Dr. Svendsen: „Dieses Modell zeigt die allerersten Parkinson-Zeichen schon im Kindesalter. Bei Betroffenen verarbeiten Dopamin-Neuronen Alpha-Synuclein über 20 bis 30 Jahre falsch – bis Symptome auftreten.“
Das Team testete Medikamente: PEP005, in den USA zugelassen gegen Hautkrebsvorstufen, senkte Alpha-Synuclein-Spiegel in Neuronen und Labormäusen.
Nächster Schritt: Erforschung der Gehirn-Anwendung dieses Gels zur Parkinson-Therapie.