Die zunehmende Luftverschmutzung trägt maßgeblich zu Asthmaerkrankungen bei Kindern bei, wie eine aktuelle Studie des Barcelona Institute for Global Health (ISGlobal) zeigt. Forscher haben die Asthma-Inzidenz bei Kindern im Alter von 1 bis 18 Jahren in Barcelona analysiert und festgestellt, dass jährlich 48 Prozent der Fälle auf Luftverschmutzung zurückzuführen sind.
Asthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege, die durch Entzündungen ausgelöst wird und mit hoher Morbidität sowie Mortalität verbunden ist. Sie gilt als häufigste chronische Krankheit bei Kindern und ist derzeit nicht heilbar, wenngleich Symptome durch geeignete Therapien gut kontrollierbar sind.
Die Analyse basiert auf Daten der „Global Burden of Disease“-Datenbank, die Mortalität und Morbidität schwerer Erkrankungen erfasst. Dazu wurden Expositionsniveau für Schadstoffpartikel und Gase berechnet.
Im ersten Szenario orientierten sich die Experten an den WHO-Richtlinien für maximale Belastungsgrenze. Bei Einhaltung dieser Grenzwerte könnten jährlich bis zu 19 Prozent der Asthmafälle durch Feinstaub (PM2.5) und 18 Prozent durch Stickstoffdioxid (NO2) verhindert werden.
Das zweite Szenario ging von den niedrigsten beobachteten Verschmutzungspegeln aus. Hier könnten durch Reduktion auf diese Mindestwerte bis zu 48 Prozent der Fälle durch NO2-Inhalation, 39 Prozent durch PM2.5 und 31 Prozent durch Rußpartikel (BC) vermieden werden.
„Straßenverkehr ist eine der Hauptquellen der Luftverschmutzung. Barcelona braucht dringend Maßnahmen zur Reduzierung des Autoverkehrs, um die Gesundheit der Kinder zu schützen“, betont Mark Nieuwenhuijsen, Direktor der ISGlobal-Initiative Urban Planning, Environment and Health. „Weniger Verkehr mindert nicht nur Schadstoffe, sondern auch Lärm und Hitzestau – und fördert körperliche Aktivität, was der Gesundheit insgesamt zugutekommt.”