Das intermittierende Fasten zählte 2019 zu den größten Gesundheitstrends – und der Hype hält 2020 an. Als Autorin des Bestsellers The Fast Diet, den ich vor sieben Jahren gemeinsam mit Kollegen verfasst habe, fühle ich mich diesem Erfolg eng verbunden. Darin stelle ich die 5:2-Diät vor: an zwei Tagen pro Woche nur etwa 600 Kalorien, an fünf Tagen normale, gesunde Ernährung.
Im Buch widme ich mich auch dem Time Restricted Eating (TRE). Hier verlängern Sie einfach Ihr nächtliches Fasten: Essen Sie bis 20 Uhr nichts mehr und starten Sie erst um 10 Uhr wieder – das ergibt 14 Stunden Fasten. So nutzen Sie Fastenvorteile, ohne Kalorien zählen zu müssen.
Erste TRE-Studien liefen an Ratten, menschliche Untersuchungen folgten später. Pionierarbeit leistete die BBC-Sendung Trust Me, I’m A Doctor in Kooperation mit Dr. Jonathan Johnston von der University of Surrey.
In dieser Studie, später 2018 im Journal Of Nutritional Science publiziert, testeten wir 16 gesunde Freiwillige. Wir maßen Körperfett, Blutzucker und Cholesterin, teilten sie dann zufällig in TRE- und Kontrollgruppe ein.
Die TRE-Gruppe aß ihre normale Menge, verschob aber das Frühstück um 90 Minuten später und das Abendessen 90 Minuten früher – somit drei Stunden mehr Fasten täglich. Alle führten Ess- und Schlaftagebücher.

Nach zehn Wochen zeigten die Tests: Die TRE-Teilnehmer verloren im Schnitt 1,6 kg Körperfett, Blutzucker und Cholesterin sanken stärker als in der Kontrollgruppe.
Eine aktuelle Studie vom 5. Dezember 2019 in Cell Metabolism bestätigte dies bei 19 übergewichtigen mit metabolischem Syndrom (erhöhte Werte bei Blutzucker, Blutdruck, Cholesterin). Sie assen in einem 10-Stunden-Fenster.
Trotz gleicher Kalorienmenge aßen viele weniger. Ergebnis: Weniger Körperfett, gesenkter Blutdruck und Cholesterin, besserer Blutzucker und Insulinspiegel.
Metabolisches Syndrom erhöht das Diabetes-Risiko. TRE könnte Prädiabetiker schützen und dem Gesundheitssystem Milliarden sparen. Ich freue mich auf weitere Studien 2020.