- Ein Toxin eines spezifischen E. coli-Stamms erzeugt charakteristische „Fingerabdrücke“ in Darmkrebstumoren.
- Der Nachweis dieses DNA-Schadensmusters könnte Ärzten helfen, Risikopatienten frühzeitig zu identifizieren.
- Studie deutet hin: Dieses Toxin trägt zu etwa 1 von 20 Darmkrebsfällen im Vereinigten Königreich bei.
Eine häufige Darmbakterienart könnte eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Darmkrebs spielen, wie neue Forschung zeigt.
Wissenschaftler des Hubrecht-Instituts und der University of Leeds haben ein Toxin identifiziert, das ein bestimmter E. coli-Stamm produziert. Es verursacht einzigartige Schäden in der DNA der Darmauskleidungszellen – sogenannte „Fingerabdrücke“, die vor allem in Darmkrebstumoren auftreten.
Diese Muster belegen eine „direkte Verbindung“ zwischen dem mikrobiellen Toxin und krebsauslösenden genetischen Veränderungen.
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Professor Hans Clevers vom Hubrecht-Institut, Mitautor der Studie: „Bekannt ist, dass Tabak oder UV-Licht spezifische DNA-Schäden hinterlassen. Erstmals zeigen wir ein solches charakteristisches Muster durch ein Darmbakterium.“

Die Experten untersuchten das Darmmikrobiom und fokussierten auf das Colibactin-Toxin von E. coli. In Labormodellen des Darms löste es typische DNA-Schäden aus.
Analysen von über 5.500 Tumorproben zeigten: Diese Fingerabdrücke sind bei Darmkrebs besonders häufig.

Bei 2.000 Darmtumorproben aus dem 100.000-Genom-Projekt von Genomics England fanden sich die Muster in 4–5 % der Fälle – ein Hinweis, dass colibactin-produzierende E. coli zu 1 von 20 UK-Darmkrebsfällen beiträgt.
Nächste Schritte: Untersuchung weiterer Bakterientoxine. Professor Philip Quirke (University of Leeds): „Wir wollen mehr Risikofaktoren kartieren und Strategien entwickeln, um Hochrisikobakterien zu bekämpfen. Bis dahin: Gesunde Ernährung und Screening!“
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Nach Cancer Research UK: Jährlich 42.000 neue Fälle im UK; Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebstodesursache. Die Studie, finanziert mit 20 Millionen £ vom Cancer Research UK Grand Challenge, erscheint in Nature.