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Babys in zweisprachigen Familien lenken die Aufmerksamkeit 33 % schneller um – Studie der Anglia Ruskin University

  • Babys aus zweisprachigen Familien können ihren Fokus 33 % schneller ändern als Babys aus einsprachigen Familien.
  • Die Studie untersuchte ausschließlich die Effekte des Hörens von zwei oder mehr Sprachen bei Babys zwischen sieben und neun Monaten, unabhängig vom Sprechen.
  • Forscher erklären: Zweisprachige Umgebungen sind variabler und unvorhersehbarer – und daher anspruchsvoller zu erlernen.

Laut einer neuen Studie der Anglia Ruskin University können Babys aus zweisprachigen Haushalten ihre Aufmerksamkeit effizienter von einer Aufgabe zur nächsten lenken als Säuglinge aus einsprachigen Familien.

Wissenschaftler beobachteten neun Monate alte Babys und stellten fest, dass zweisprachig aufgewachsene Kinder ihren Fokus schneller und häufiger wechseln.

Dr. Dean D’Souza, Senior Lecturer für Psychologie an der Anglia Ruskin University und Lead-Autor der Studie, erklärt: „Zweisprachige Umgebungen sind variabler und unvorhersehbarer als einsprachige – und damit schwieriger zu lernen.“

„Wir wissen, dass Babys mühelos mehrere Sprachen erlernen können. Unsere Frage war, wie sie mit dieser Komplexität umgehen.“

„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Babys in zweisprachigen Haushalten sich an ihre anspruchsvollere Umwelt anpassen, indem sie aktiv nach zusätzlichen Informationen suchen.“

Ein Team unter Leitung der Anglia Ruskin University nutzte Eye-Tracking-Technologie, um die Blickbewegungen von 102 Babys im Alter von sieben bis neun Monaten zu analysieren. 51 stammten aus zweisprachigen Familien, der Rest aus einsprachigen.

Die Forscher wählten diese Altersgruppe, um sprachliche Vorteile durch aktives Sprechen auszuschließen und sich rein auf das Hören von zwei oder mehr Sprachen zu konzentrieren.

Babys in zweisprachigen Familien lenken die Aufmerksamkeit 33 % schneller um – Studie der Anglia Ruskin University

Babys aus zweisprachigen Familien lenkten ihre Aufmerksamkeit 33 % schneller auf neue Bilder um.

Bei nebeneinander gezeigten Bildern wechselten sie häufiger den Fokus zwischen ihnen – ein Zeichen für intensivere Umwelterkundung.

Die Experten schlussfolgern: Zweisprachige Babys erkunden ihre Welt aktiver.

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Dr. D’Souza ergänzt: „Dieses schnellere Scannen könnte Säuglingen helfen, z. B. indem sie vom Spielzeug zum sprechenden Mund wechseln und so Lautäußerungen mit Mundbewegungen verknüpfen.“

Nächster Schritt: Untersuchung langfristiger Effekte auf die Entwicklung.

Die Studie erscheint in Royal Society Open Science.