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Glückskurve des Lebens: Warum Ende 40 das Tiefpunkt des Wohlbefindens sein kann

Welches ist das unglücklichste Alter? Eine umfassende Studie zeigt: Ende 40. Unser Lebensglück sinkt in der Lebensmitte, bevor es ab den 50ern und 60ern wieder anhaltend zunimmt.

Dr. David Blanchflower, Wirtschaftsprofessor am Dartmouth College in New Hampshire, USA, analysierte 109 Datensätze zu Glücksstatistiken weltweit. Er kartierte das Wohlbefinden von Hunderttausenden Menschen in Abhängigkeit vom Alter.

In 132 Ländern entdeckte er die typische "Glückskurve". Kontrolliert wurden Einflussfaktoren wie Bildung, Familienstand und Beschäftigungsstatus. In Entwicklungsländern lag das Glücksminimum bei 48,2 Jahren, in Industrieländern bei 47,2.

"Ohne Wenn und Aber: Das Wohlbefinden verläuft U-förmig mit dem Alter", betont Blanchflower. "Ich fand sie in Europa, Asien, Nord- und Südamerika, Australasien und Afrika – außer bei kleinen Stichproben oder fehlenden Daten."

Vorherige Studien bestätigen dies. Eine Längsschnittstudie von 2015 unter Leitung des Gesundheitsökonomen Dr. Terence Cheng untersuchte Daten aus Großbritannien, Australien und Deutschland und fand "starke Unterstützung für die U-Form".

Manche Experten zweifeln: Dr. Dean Burnett, Autor von The Happy Brain und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der School of Psychology der Cardiff University, warnt, dass unglücklichere Menschen früher sterben könnten und so die Daten für Ältere verzerren.

Dennoch gibt es plausible Erklärungen für die Kurve auf Bevölkerungsebene.

"Ende 40 bis Anfang 50 markiert oft weniger Autonomie und finanzielle Unsicherheit", erklärt Burnett. "Jünger gibt es mehr Freiheit und Optionen. In der Mitte drücken Hypotheken und heranwachsende Kinder."

"Der Körper macht sich bemerkbar, Neues fehlt. Erwartungen aus der Jugend erfüllen sich oder verblassen."

Warum steigt Glück später?

"Älter werden bedeutet mehr Autonomie", sagt Burnett. "Kinder sind aus dem Haus, Verantwortung schwindet, Ruhestand naht – Kontrolle kehrt zurück. Man versöhnt sich mit den Herausforderungen der 40er und 50er."

Lebenserfahrung hilft, Rückschläge besser zu meistern. "Man schätzt, was man hat, akzeptiert Entbehrungen und fokussiert Freundschaften oder Hobbys."

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Die Studien verwenden breite Glücksdefinitionen. Blanchflowers britische Daten stammen aus der jährlichen Bevölkerungsumfrage: Bewertung von 0 bis 10 zu "Zufriedenheit mit dem Leben heute" und "Glück gestern".

Individuelle Kurven variieren stark. Wie beeinflussen wir unser Glück? "Mehr Kontrolle, als wir denken", meint Burnett. "Wir wählen bewusst, doch viel wird von Kultur geprägt – Ehe oder Job nicht immer echte Bedürfnisse."

Beim Setzen von Zielen prüfen: "Will ich das wirklich oder nur, was erwartet wird?"

Glück ist altersunabhängig möglich. "Viele Ende 40 genießen ihr Leben voll aus", schließt Burnett.