- Hocken oder Knien ist gesünder als Sitzen, wie eine Studie zum Hadza-Volk in Tansania zeigt.
- Die Hadza weisen trotz bis zu 10 Stunden täglicher Inaktivität keine typischen Sitzprobleme auf.
- Leichte Muskelbewegungen beim Hocken oder Knien schützen vor schädlichen Effekten der Inaktivität, meinen Experten.
Ruhehaltungen wie Hocken oder Knien fördern mehr Muskelaktivität als Stillsitzen auf Stühlen und sind daher gesünder, betonen Forscher mit fundierter Expertise in Anthropologie und Bewegungsbiologie.
Diese Erkenntnisse stammen aus Messungen bei einer tansanischen Jäger-Sammler-Gruppe, die Aktivität und Ruhephasen präzise erfassten.
US-amerikanische Anthropologen beobachteten: Die Hadza verbringen täglich fast 10 Stunden in Ruhe – vergleichbar mit Büroarbeit –, zeigen aber keine chronischen Erkrankungen durch langes Sitzen. Grund: Ihre "aktiven Ruhehaltungen" wie Hocken oder Knien.
Dr. David Raichlen, Professor für Biowissenschaften am Dornsife College der University of Southern California und Lead-Autor der Studie, erklärt: "Trotz langer Inaktivität ruhen die Hadza in Positionen, die leichte Muskelaktivität fordern – hockend oder kniend."
Langes Sitzen erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterblichkeit. Dies widerspricht evolutionären Energiesparstrategien, wie die Studie aufzeigt.
Brian Wood, Anthropologe an der University of California und Mitautor, ergänzt: "Energiesparende Verhaltensweisen waren evolutionär erfolgreich. In modernen Umfeldern können sie jedoch schaden – langes Sitzen ist ein Paradebeispiel."
Die Forscher analysierten Daten von 28 Hadza-Erwachsenen über acht Tage mit Beschleunigungsmessern und verglichen sie mit Studien zu Büromenschen.
Ergebnis: Etwa eine Stunde hohe Aktivität, 9–10 Stunden Ruhe – doch keine Sitz-assoziierten Gesundheitsprobleme. Hocken und Knien erfordern mehr Muskelarbeit als Stuhl-Sitzen.
"Diese aktiven Haltungen schützen vor Inaktivitätsfolgen", so die Experten. Dr. Raichlen: "Stubensitzer- oder Bürositzen verbraucht weniger Energie als Hocken/Knien, verbrennt weniger Fett und ist schädlicher."
Die Studie erschien in Proceedings of the National Academy of Sciences.