- Eine klein angelegte Studie belegt: COVID-19-Patienten sind in der ersten Woche der Symptome am ansteckendsten.
- Bei manchen Patienten zeigten sich bis 10–11 Tage nach Symptombeginn hohe Viruskonzentrationen.
- Weitere Untersuchungen könnten klären, ob eine anhaltend hohe Viruslast eine Verschlimmerung der Symptome andeutet.
Das SARS-CoV-2-Virus repliziert sich aktiv in den oberen Atemwegen. Betroffene scheiden es in der ersten Symptomenwoche in hohem Maße aus, wie eine aktuelle Studie ergibt.
Experten analysierten die Infektiosität und Virusausscheidung bei Patienten. Sie untersuchten neun Erwachsene aus München mit milden COVID-19-Symptomen.
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Die im Nature-Journal veröffentlichte Studie von Christian Drosten und Team an der Charité – Universitätsmedizin Berlin belegt eine starke Virusreplikation in den oberen Atemwegen ab dem Kehlkopf.
Die Forscher testeten Rachen- und Lungenabstriche, Sputum, Stuhl, Blut und Urin während des Krankheitsverlaufs.
Sie fanden hohe Virusmengen und Replikation in den oberen Atemwegen in der ersten Woche. Infektiöses Virus isolierbar bis Tag 8, als Symptome nachließen.

Zwei Patienten mit frühen Pneumoniezeichen sonderten bis Tag 10 oder 11 hohe Virusmengen im Sputum ab – auch nach Abklingen der Symptome nachweisbar.
Kein Virus in Blut oder Urin; keine replizierende Form in Stuhlproben.
Zusätzliche Studien in größeren Kohorten sind nötig, um Übertragungswege zu prüfen.
Die Autoren empfehlen: Eindämmungsmaßnahmen auf Tröpfchenübertragung fokussieren, nicht auf Fomites.
"Die verlängerte Virusausscheidung im Sputum ist entscheidend für Krankenhaus-Hygiene und Entlassungsstrategien.", schreiben sie.
In Zeiten knapper Betten: Vorzeitige Entlassung möglich bei <10. Tag und <100.000 viralen RNA-Kopien/ml Sputum – mit häuslicher Isolation.
Weitere Forschung könnte Viruslast-Anstiege nach Woche 1 als Warnsignal für Symptomverschlechterung deuten.