- Eine Studie der University of Oxford zeigt: Härten in der Kindheit erhöhen das Risiko für kognitiven Verfall später im Leben.
- Weniger Bildungsjahre, finanzielle Not der Familie und schlechte Kindheitsgesundheit hängen mit nachlassendem Gedächtnis und Denken zusammen.
- Obwohl kein direkter Demenzbezug untersucht wurde, liefert die Forschung wertvolle Hinweise zur Gehirngesundheit.
Widrigkeiten in der Kindheit haben langfristige Folgen für Gedächtnis und Kognition im Alter, wie eine neue Studie belegt.
Dr. Ruby Tsang von der University of Oxford fand heraus, dass finanzielle Familienprobleme und schlechte Gesundheit in der Kindheit einen stärkeren Rückgang von Gedächtnis und Denken vorhersagen. Sie präsentierte die Ergebnisse auf der Alzheimer's Research UK Virtual Conference.
Frühe Lebenserfahrungen spielen eine Rolle bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen. Bisher fehlt es jedoch an umfassender Forschung zu ihrem Einfluss auf den kognitiven Abbau im Alter.
Mithilfe des Datenportals der Dementias Platform UK (DPUK) analysierte Dr. Tsang Daten von 15.309 Freiwilligen, darunter über 5.000 ehemalige Beamte.
Die Teilnehmer berichteten über ihre Kindheit, den sozioökonomischen Status der Familie, ihre Gesundheit und Missbrauchserfahrungen. Die Forscher bewerteten kognitive Tests wie verbale Flüssigkeit in der mittleren bis späten Lebensphase.
Dr. Tsang identifizierte drei Muster: Resilienz gegen Verfall, normalen altersbedingten Rückgang und raschen kognitiven Abbau.
Ergebnisse: Weniger Bildungsjahre, finanzielle Kindheitsnot und schlechte Gesundheit deuten auf stärkeren kognitiven Verfall hin.
Dr. Tsang: „Unser sozioökonomischer Status prägt unseren Lebensstil und Gesundheitsrisiken im Alter. Diese Studie zeigt, dass Kindheitserfahrungen unsere kognitive Leistungsfähigkeit nachhaltig beeinflussen.“
„Wir fanden Geschlechtsunterschiede: Frauen schneiden in Screening-Tests oft resilienter ab.“
„Trotz Pandemie teilen wir diese DPUK-finanzierte Forschung virtuell – so erreichen wir mehr Menschen.“
Carol Routledge, Forschungsdirektorin bei Alzheimer's Research UK: „Vergangenheit können wir nicht ändern, aber geistige und körperliche Aktivität, gesundes Gewicht, Nichtrauchen, moderater Alkoholkonsum, ausgewogene Ernährung sowie Kontrolle von Blutdruck und Cholesterin schützen das Gehirn.“
„Auch ohne Demenzbezug helfen Erkenntnisse zu Risikofaktoren, Strategien für gesundes Altern zu entwickeln.“