- Zwei der schnellsten Supercomputer der Welt analysieren umfangreiche Bibliotheken potenzieller Wirkstoffe, um Kandidaten für Corona-Behandlungen und Impfstoffe zu identifizieren.
- Sie verarbeiten riesige Datenmengen in Tagen, was normale Computer Monate dauern würde.
- Zusätzlich werden Ausbreitung, Ursprung und Struktur des Virus erforscht.
Als Experten für Hochleistungsrechnen tragen Supercomputer maßgeblich zur Beschleunigung der Corona-Forschung bei. Diese Maschinen verarbeiten gigantische Datenvolumen in Rekordzeit – Tage statt Monate auf herkömmlichen Systemen.
Sie durchforsten Bibliotheken antiviraler Substanzen, darunter bereits zugelassene Medikamente gegen andere Erkrankungen.
Neueste Corona-Nachrichten:
- 100 Tage: Was wir jetzt über das Coronavirus wissen
- Coronavirus-Antikörpertests: Wie sie funktionieren und wann wir sie haben
- Coronavirus-Impfstoff in Fingerspitzengröße „in Monaten fertig“
„Wir nutzen die immense Rechenleistung von Supercomputern, um rasch Tausende potenzieller Verbindungen zu testen, die das Virus hemmen könnten. Mit angepassten Algorithmen verfeinern wir diese Liste auf die besten Kandidaten“, erklärt Prof. Peter Coveney von der University College London (UCL).
„So finden wir vielversprechende Stoffe für Labortests – der schnellste Weg zur wirksamsten Therapie oder Impfung gegen COVID-19.“

Im Rahmen eines internationalen Konsortiums mit über 100 Forschern aus USA und Europa nutzen UCL-Wissenschaftler Top-Supercomputer wie Summit (weltweit schnellstes, Oak Ridge National Lab, USA) und SuperMUC-NG (Platz 9, Deutschland).
Diese Systeme identifizieren Moleküle, die an die Spike-Proteine des Virus binden und so die Infektion verhindern. Sie entdecken auch Immunitätsauslöser für Impfstoffe, modellieren Ausbreitungsszenarien und analysieren Virusstruktur sowie Interaktion mit menschlichen Zellen.
„Das umgeht den klassischen Pharma-Prozess“, betont Prof. Coveney. „Pharmafirmen brauchen sonst 12 Jahre und 2 Milliarden Dollar – wir finden die Nadel im Heuhaufen in Bruchteilen davon.“