Strenge Kontrollmaßnahmen haben die erste Welle des Coronavirus außerhalb der Provinz Hubei in China erfolgreich eingedämmt, wie eine aktuelle Studie belegt.
Experten warnen jedoch: Das Risiko einer erneuten Einfuhr des Virus aus dem Ausland bleibt hoch.
Sie empfehlen eine Echtzeit-Überwachung der Übertragbarkeit und Schwere von COVID-19, um sich vor einer möglichen zweiten Welle zu schützen – insbesondere bei zunehmender Wirtschaftstätigkeit.
Die im renommierten The Lancet veröffentlichte Studie schätzt, dass die Reproduktionszahl – also die durchschnittliche Anzahl der Fälle pro Infiziertem – außerhalb Hubeis nach Einführung der Lockdowns unter 1 gesunken ist.
Dies deutet darauf hin, dass die Pandemie von einer schnellen Ausbreitung zu einem kontrollierten Rückgang übergegangen ist.
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Mathematische Modelle zeigen: Eine zu frühe Lockerung der Maßnahmen könnte die Übertragbarkeit wieder über 1 treiben und eine zweite Welle auslösen.
Für Länder in frühen Lockdown-Phasen bieten die Ergebnisse wertvolle Erkenntnisse.
Die Studie analysierte nicht einzelne Interventionen oder deren Wirksamkeit im Detail.

Professor Joseph T. Wu von der Universität Hongkong, Mitautor der Studie, erklärt: „Obwohl diese Maßnahmen die Infektionen auf ein Minimum reduziert haben, besteht ohne Herdenimmunität ein hohes Risiko eines Wiederaufflammens – durch zunehmende soziale Interaktionen in Unternehmen, Fabriken und Schulen sowie importierte Fälle aus dem Ausland.“
„Kontrollmaßnahmen wie Abstandhalten und Verhaltensänderungen sollten beibehalten werden. Die beste Strategie ist ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Wirtschaftsaufschwung und niedriger Reproduktionszahl, bis Impfstoffe verfügbar sind.“

Außerhalb Hubeis lag das bestätigte Todesrisiko bei 0,98 Prozent – fast sechsmal niedriger als die 5,91 Prozent in Hubei. Regionale Unterschiede sind groß.
Leitender Autor Professor Gabriel M. Leung von der Universität Hongkong warnt: „Selbst in Metropolen wie Peking und Shanghai sind Ressourcen begrenzt. Ein plötzlicher Anstieg würde das Gesundheitssystem überfordern.“
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Am 23. Januar 2020 wurden nach dem Ausbruch in Wuhan strenge Reise- und Handelsbeschränkungen verhängt.
Seit dem 17. Februar wurden sie in mehreren Provinzen schrittweise gelockert.
Co-Autorin Dr. Kathy Leung von der University of Hong Kong betont: „Mit steigender Wirtschaftstätigkeit drohen lokale oder importierte Infektionen ein Wiederaufflammen.“
Die Studie hat Einschränkungen: Sie basiert auf gemeldeten Fällen, Symptomdaten fehlten teilweise, und Szenarien zur Lockerung waren begrenzt.