Warum empfehlen Gesundheitsbehörden intensives Händewaschen?
Das Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht eine Atemwegserkrankung und wird primär durch Tröpfchen übertragen, die beim Husten oder Niesen freigesetzt werden. Fängt man diese nicht in einem Taschentuch ab und entsorgt es richtig, landen Viren auf Oberflächen. Berührt jemand diese Flächen, gelangen die Viren auf die Hände.
Mit kontaminierten Händen kann man sich leicht selbst infizieren, indem man Augen, Mund oder Nase berührt. Studien zeigen: Menschen fassen sich im Schnitt 23-mal pro Stunde ins Gesicht (Studie, 2015). Händewaschen schützt zwar vor Infektionen, doch der Hauptgrund für die Empfehlung liegt in der Eindämmung der Ausbreitung.
"Es geht darum, die Verbreitung schwerer Infektionen zu stoppen. Die Öffentlichkeit spielt hier eine entscheidende Rolle", erklärt Honorarprofessorin Sally Bloomfield von der London School of Hygiene & Tropical Medicine.
Wie tötet Seife das Coronavirus?
Das Coronavirus ist ein behülltes Virus mit einer schützenden Lipiddoppelschicht – ähnlich wie eine Seifenblase. Diese Schicht besteht aus Molekülen mit hydrophilen (wasserliebenden) Köpfen und hydrophoben (wasserabweisenden) Schwänzen, die sich zu einer stabilen Hülle anordnen.
Die hydrophilen Köpfe sorgen dafür, dass das Virus gut an Händen haftet. Seifenmoleküle haben dieselbe Kaulquappenstruktur: Der hydrophobe Schwanz bindet an Fett und Virushülle, der hydrophile Kopf an Wasser. So löst sich die Virushülle auf, das Virus wird unschädlich und vom fließenden Wasser weggespült.

Tötet Desinfektionsmittel Viren?
Ja, alkoholbasierte Händedesinfektionsmittel mit 60–95 % Alkohol wirken gegen behüllte Viren wie SARS-CoV-2, wenn Seife und Wasser fehlen. Bei sichtbarem Schmutz ist jedoch nur Waschen mit Seife effektiv.
Schützt Händewaschen vor Infektion?
Es eliminiert das Risiko nicht vollständig – Infektionen können auch direkt durch Tröpfchen erfolgen. Dennoch ist es eine bewährte Maßnahme. "Wie ein Sicherheitsgurt im Auto: Unwahrscheinlich, aber essenziell", vergleicht Bloomfield.
Hygienemaßnahmen wie Händewaschen haben bei SARS-CoV-2003 in Hongkong saisonale Infektionen signifikant reduziert, besonders in Phasen strenger Hygiene.
Warum Ausbreitung verlangsamen entscheidend ist
Für die meisten ist COVID-19 mild, doch Infizierte übertragen es weiter. Händewaschen "flacht die Kurve" ab, entlastet Gesundheitssysteme und schützt Vulnerable wie Ältere oder Immunschwache (Bloomfield).

So waschen Sie Hände richtig
- Feuchten Sie die Hände an – kalt oder warm wirkt gleich gut (Rutgers-Studie, 2017, gegen E. coli).
- Seife auftragen – Stückseife ist sicher, solange sie nicht krankheitsverursachend kontaminiert ist.
- 20 Sekunden reiben: Daumen, Fingerzwischenräume, Fingerspitzen. Singen Sie "Happy Birthday" zweimal oder Refrains wie "Jolene".
- Gründlich abspülen und mit Einwegpapier trocknen.
- Bei Rückkehr zum Arbeitsplatz Desinfektionsmittel verwenden (Bloomfield).
In Flugzeugen oder Zügen: Nach Waschen Hände vor erneuter Kontamination schützen.
Zu viel Waschen schaden?
Haut kann austrocknen – pflegen Sie mit Creme. "Gebrochene Haut mindert Wirksamkeit und Motivation" (Dr. Craig Shapiro, Infektionsspezialist).