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Wissenschaftler warnen: Lockdowns allein reichen nicht für Herdenimmunität gegen COVID-19

Massentests gelten laut neuen Forschungsergebnissen als der effektivste Ansatz zur Bekämpfung des Coronavirus.

Physiker der University of Aberdeen haben festgestellt, dass strenge Lockdowns nicht ausreichen, um eine ausreichende Herdenimmunität gegen COVID-19 aufzubauen und das Virus zu eliminieren.

Sie betonen die entscheidende Rolle von umfassenden Tests kombiniert mit Kontaktverfolgung, Isolierung infizierter Personen und sozialer Distanzierung.

Lockdowns seien derzeit der beste Weg, um Ausbrüche zu verzögern, bis schnellere Tests oder Impfstoffe verfügbar sind, ergänzen die Experten.

Die Forscher basierten ihre Modelle auf Daten aus den frühen Phasen der Pandemie in Großbritannien, Italien, Spanien, Deutschland und der chinesischen Provinz Hubei.

In diesen Szenarien waren nur etwa acht Prozent der Bevölkerung infiziert – zu wenig für die benötigte Herdenimmunität, um das Virus langfristig zu kontrollieren.

Eine so geringe Infektionsrate birgt das Risiko eines erneuten Aufschwungs, sobald Einschränkungen gelockert werden.

Umfassende Tests, die auch asymptomatische Fälle erfassen, sind unerlässlich, um die Verbreitung zu stoppen.

Wissenschaftler warnen: Lockdowns allein reichen nicht für Herdenimmunität gegen COVID-19

Dr. Francisco Perez-Reche und Professor Norval Strachan stellten in ihren Modellen fest, dass 50–80 % der Infizierten stille Träger waren – Personen ohne Symptome, die dennoch das Virus übertragen.

Sie prognostizieren, dass eine schrittweise Lockerung der Maßnahmen die täglichen COVID-19-Todesfälle auf unter 100 senken könnte.

Dr. Perez-Reche erklärt: „Aktuelle Unterdrückungsstrategien in Ländern wie Deutschland, Hubei, Italien, Spanien und Großbritannien erreichen keine hinreichende Herdenimmunität. Das Virus könnte nach Aufhebung der Maßnahmen wieder aufflammen – ähnlich wie die zweiten Wellen bei der Influenza-Pandemie 1918.“

„Eine teilweise Lockerung könnte jedoch die täglichen Todesfälle auf unter 100 reduzieren.“

Prof. Strachan ergänzt: „Nicht erfasste Fälle als stille Träger gefährden jede Strategie. Isolierung wirkt nur, wenn sie diese einbezieht – was viele Länder vernachlässigen.“

Dr. Perez-Reche schlägt vor: „Gründliche Tests mit Kontaktverfolgung, Isolation und Distanzierung sind effektiver als reine Lockdowns. Letztere dienen vorerst der Verzögerung, bis bessere Interventionen wie rasche Tests greifen.“