Experten sequenzieren die Genome von Tausenden COVID-19-Patienten, um zu verstehen, wie genetische Faktoren die Anfälligkeit für schwere Verläufe beeinflussen.
Diese umfassende Studie analysiert den gesamten genetischen Code von bis zu 20.000 Personen, die intensivmedizinisch behandelt wurden oder werden – in 170 NHS-Kliniken in ganz Großbritannien.
Die Ergebnisse werden mit denen von 15.000 Patienten verglichen, die nur milde bis moderate Symptome zeigten.
Das Ziel: Erklären, warum manche Betroffene leicht genesen, während andere eine Intensivbehandlung benötigen oder gar versterben.
Die Erkenntnisse sollen zudem neue Behandlungen gegen COVID-19 fördern und zukünftige Studien leiten.
Ein Schwerpunkt liegt auch auf Kindern und jungen Erwachsenen mit schweren Verläufen.
Idealerweise werden alle Intensivpatienten – mit ihrer oder der Einwilligung ihrer Angehörigen – einbezogen.
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Genomics England kooperiert mit dem GenOMICC-Konsortium, NHS-Organisationen, akademischen Einrichtungen, dem Genanalyse-Spezialisten Illumina, dem NHS und der University of Edinburgh.
Gesundheitsminister Matt Hancock betonte: „Jeden Tag lernen wir mehr über dieses Virus. Zu verstehen, wie Gene die Reaktion beeinflussen, ist ein Schlüssel zum Puzzle.“
„Diese bahnbrechende Studie nutzt Großbritanniens Spitzenforschung in der Genomik, um Therapien zu verbessern und Leben weltweit zu retten.“

Das Projekt erhält rund 28 Millionen £ von Genomics England, UK Research and Innovation, dem Gesundheitsministerium und dem National Institute for Health Research.
Illumina sequenziert alle 35.000 Genome und trägt zu den Kosten bei.
Bereits wurden DNA-Proben von fast 2.000 Patienten gesammelt.
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Professor Sir Mark Caulfield, Chef-Wissenschaftler bei Genomics England: „Seit Generationen keine globale Pandemie mehr – für einige tödlich, für andere harmlos.“
„Vollständige Genom-Analyse könnte Varianten aufdecken, die Therapien ermöglichen, Schäden mindern und Ausbrüche verhindern.“
Dr. Kenneth Baillie, Leiter der Studie an der University of Edinburgh: „Gene bestimmen, wer schwer erkrankt.“
„Dieses Wissen hilft, passende Behandlungen für Studien zu finden.“

Public Health England und das Sanger Institute sequenzieren parallel das Virus-Genom. Eine Verknüpfung soll zeigen, wie Patienten- und Virus-Gene interagieren.
Illumina mit Labors in Cambridge arbeitete zuvor am 100.000 Genomes Project mit Genomics England und NHS.
Die Daten unterstützen globale Strategien für künftige Pandemiewellen.