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Studie: Höhere ACE2-Konzentrationen bei Männern mit Herzinsuffizienz erhöhen COVID-19-Risiko

Männer mit Herzinsuffizienz weisen höhere Konzentrationen des Proteins ACE2 im Blut auf. Dieses Protein ermöglicht es dem SARS-CoV-2-Virus, in gesunde Zellen einzudringen, wie Wissenschaftler der Universität Groningen feststellten.

Die Ergebnisse erschienen in einer Sonderausgabe des European Heart Journal und basieren auf Daten von Patienten im Alter von 60 bis 70 Jahren aus 11 europäischen Ländern.

Die Forscher analysierten ACE2-Spiegel im Plasma, dem flüssigen Anteil des Blutes. Ihre Erkenntnisse könnten erklären, warum Männer mit Herzinsuffizienz nach einer COVID-19-Infektion ein höheres Sterberisiko haben als Frauen.

Dr. Iziah Sama, Erstautor der Studie am University Medical Center Groningen, erklärte: „Als wir entdeckten, dass der starke Biomarker ACE2 bei Männern deutlich höher ausfällt als bei Frauen, wurde klar: Das könnte der Grund sein, warum Männer häufiger an COVID-19 versterben.“

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Die ACE2-Spiegel wurden nicht von blutdrucksenkenden Medikamenten beeinflusst, die bei Herzinsuffizienz üblich sind.

Prof. Dr. Adriaan Voors, Leiter der Studie und Kardiologie-Professor in Groningen, betonte: „Unsere Daten sprechen gegen ein Absetzen dieser Therapien bei COVID-19-Patienten, wie es frühzeitig spekuliert wurde.“

Insgesamt wurden ACE2-Werte von 1.485 Männern und 537 Frauen in der ersten Kohorte sowie 1.123 Männern und 575 Frauen in der zweiten Gruppe gemessen.

Die Autoren schränken ein: Die Ergebnisse gelten primär für Herzinsuffizienz-Patienten ohne COVID-19. Ein direkter Kausalzusammenhang zur Infektionsdynamik konnte nicht nachgewiesen werden.

Studie: Höhere ACE2-Konzentrationen bei Männern mit Herzinsuffizienz erhöhen COVID-19-Risiko

Prof. Ian Hall, Direktor des Nottingham Biomedical Research Centre (nicht am Projekt beteiligt), lobt: „Die Studie ist methodisch exzellent, mit einer großen Stichprobe – die Ergebnisse sind realitätsnah übertragbar.“

Er weist auf Limitationen hin: „ACE2 wurde im Blut, nicht in den Atemwegen gemessen, und die Patienten hatten vorbestehende Herzinsuffizienz, was nicht die Gesamtbevölkerung repräsentiert.“

Zu Geschlechtsunterschieden: „Der ACE2-Unterschied ist statistisch signifikant, aber klein. Wahrscheinlich tragen andere Faktoren bei, wie variierende Immunantworten durch genetische Geschlechtsdifferenzen.“