Sechs- bis zehnmal tägliches Händewaschen geht mit einem deutlich geringeren Risiko für saisonale Coronaviren einher und stützt die Empfehlungen der öffentlichen Gesundheit zu Maßnahmen gegen den COVID-19-Ausbruch, wie eine aktuelle Untersuchung ergibt.
Regelmäßiges Händewaschen kann das persönliche Infektionsrisiko spürbar mindern, zeigt eine noch nicht peer-reviewed Studie. Bei moderater Häufigkeit – sechs- bis zehnmal pro Tag – sank das Risiko für eine Coronavirus-Infektion um 36 Prozent im Vergleich zu Personen, die null- bis fünftägig wuschen.
Laut den Forschern bringt mehr als zehnmaliges tägliches Waschen keinen zusätzlichen Nutzen.
Der Artikel liegt als Preprint vor, d. h., er wurde noch nicht von unabhängigen Experten auf Methodik, Analyse und Schlussfolgerungen geprüft.
Der Peer-Review-Prozess dient der Sicherstellung von Qualität und Ausschluss von Fehlern. Um Ergebnisse schnell zu teilen, publizieren Wissenschaftler Preprints in Archiven wie medRxiv.
Dr. Sarah Beale, Institute of Health Informatics am University College London (UCL) und erste Autorin, erklärt: „Da COVID-19 ähnliche Übertragungswege wie saisonale Coronaviren aufweist, untermauern diese Ergebnisse die klare Botschaft der öffentlichen Gesundheit zur Wirksamkeit des Händewaschens in der Pandemie.“
„Wichtig ist: Häufigkeit allein reicht nicht. Längeres Waschen und passender Kontext – etwa nach der Rückkehr nach Hause oder vor dem Essen – senken ebenfalls das Risiko für Influenza und grippeähnliche Erkrankungen.“
„Gute Handhygiene lohnt immer, auch ohne Symptome. Sie schützt Sie und verhindert unbewusste Weitergabe des Virus.“
Die Studie in Wellcome Open Research basiert auf Daten dreier Winterkohorten (2006–2009) der Flu Watch-Studie in England.
1.633 Teilnehmer schätzten ihr Händewaschverhalten; Infektionen wurden per Nasenabstrich bestätigt. Rund 80 Prozent waren über 16 Jahre alt.
Zu Saisonstart wurde die Vortagshäufigkeit erfasst und kategorisiert: niedrig (0–5 Mal), moderat (6–10 Mal), hoch (>10 Mal).
Ellen Fragaszy, UCL Institute of Health Informatics und London School of Hygiene & Tropical Medicine: „So einfach wie regelmäßiges Händewaschen hilft, Infektionen zu bremsen und Übertragungen zu mindern.“
Die Autoren: „Erster empirischer Nachweis, dass regelmäßiges Händewaschen das persönliche Risiko saisonaler Coronavirus-Infektionen verringert. Dies unterstützt Handhygiene-Empfehlungen zur COVID-19-Bekämpfung.“
Förderung: Medical Research Council und Wellcome Trust.