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Personalisierter Krebsimpfstoff aktiviert Immunsystem: Vielversprechende Ergebnisse aus Phase-1-Studie

Personalisierte Krebsimpfstoffe zeigen in frühen klinischen Studien bei Patienten mit fortgeschrittenem Krebs vielversprechende Signale, insbesondere wenn sie mit einem Immuntherapeutikum kombiniert werden, das die körpereigenen Abwehrkräfte gegen Tumore stärkt.

Forscher berichten, dass die experimentelle Therapie mit dem Immuntherapeutikum Atezolizumab und maßgeschneiderten Impfstoffen gut verträglich war. Die Patienten zeigten nur geringe bis moderate Nebenwirkungen.

Die Ergebnisse dieser Phase-1-Studie zur Sicherheitsprüfung wurden auf dem AACR Virtual Annual Meeting II präsentiert, das vom 22. bis 25. Juni stattfand.

Die Wissenschaftler planen nun, die Forschung auf Patienten mit Krebs im Frühstadium auszudehnen, um die Vorteile personalisierter Impfstoffe besser zu verstehen.

Ein internationales Team unter Leitung britischer Kliniker am Royal Marsden NHS Foundation Trust und The Institute of Cancer Research, London, untersuchte 144 Patienten mit fortgeschrittenen Krebsarten wie Lungen-, Brust- und Darmkrebs.

Zur Impfstoffentwicklung entnahmen die Experten Tumorbiopsien und nutzten Künstliche Intelligenz, um Neoantigene zu identifizieren – Proteine in Tumorzellen, die dem Immunsystem bisher entgangen sind.

Daraus entstand ein maßgeschneiderter mRNA-Impfstoff, der auf die einzigartigen Merkmale jedes individuellen Tumors abgestimmt ist.

Dr. Juanita Lopez, beratende medizinische Onkologin am Royal Marsden NHS Foundation Trust und The Institute of Cancer Research, London, die die Studie leitete, erklärt: „Viele Krebsarten umgehen das Immunsystem geschickt, und wir verstehen erst jetzt die vielfältigen Mechanismen dafür.“

„Da viele Mutationen tumor-spezifisch sind, bietet ein personalisierter Ansatz, der auf individuelle Neoantigene abzielt, eine vielversprechende Immuntherapie für zahlreiche Patienten.“

In der Induktionsphase erhielten die Patienten sechs wöchentliche Impfdosen (15–50 Mikrogramm), gefolgt von Dosen alle zwei Wochen. Das Immuntherapeutikum wurde in 21-Tage-Zyklen gegeben.

Ab Zyklus sieben folgte eine Auffrischungsdosis, danach Erhaltungsdosen alle 24 Wochen.

Die Therapie war gut verträglich mit überwiegend leichten bis moderaten Nebenwirkungen. 8 % der Patienten zeigten Tumorverkleinerung, 49 % stabile Erkrankung.

Dr. Lopez kommentiert die moderate Ansprechrate: „Viele Teilnehmer hatten hoch fortschrittliche, stark vorbehandelte Tumore.“

Blutanalysen von 63 Patienten bestätigten bei 73 % eine Immunsystem-Aktivierung als Reaktion auf die Impfung.

Weitere Studien mit größeren Kohorten sind nötig, um den vollen Nutzen zu evaluieren.