Als Audiologie-Experten der University of Manchester haben wir festgestellt: Junge Club- und Konzertbesucher, die regelmäßig laute Musikveranstaltungen besuchen, weisen mit höherer Wahrscheinlichkeit frühe Anzeichen von Hörschäden auf als Menschen mit einem ruhigeren Lebensstil.
Unsere neue Studie, veröffentlicht in der Zeitschrift Hearing Research, zeigt, dass diese Schäden bei jungen Erwachsenen noch nicht als Hörverlust diagnostiziert werden – doch sie summieren sich langfristig und beeinträchtigen das Gehör im Alter.
Auf Basis unserer Erkenntnisse raten wir allen, die häufig lauter Musik ausgesetzt sind, zu regelmäßigen Hörtests und Minimierung des Risikos durch Vermeidung lauter Umgebungen.
Dr. Sam Couth vom Manchester Centre for Audiology and Deafness, Leiter der Studie, erklärt: „Diese Untersuchung belegt klar: Junge Menschen, die oft in laute Clubs und Konzerte gehen, leiden häufiger unter Lärmschäden am Ohr als andere.“
„Besonders Musiker sind gefährdet, da sie beruflich täglich hohem Lärmpegel ausgesetzt sind.“
Menschen werden mit rund 12.000 Haarzellen im Ohr geboren – ihre Zahl nimmt mit dem Alter ab. Laut Dr. Couth beschleunigt laute Musik diesen Verlust.
Wir testeten das Gehör von 123 Personen zwischen 18 und 27 Jahren mit speziellen Verfahren.
Ergebnis: Die Haarzellen in der Cochlea – der spiralförmigen Röhre im Innenohr, die für die Schallwahrnehmung essenziell ist – arbeiteten bei den am stärksten von Freizeitlärm Betroffenen (Clubs, Konzerte) weniger effizient.
Wir vermuten zudem, dass geschädigte Haarzellen die Signalübertragung vom Hörnerv zum Gehirn verlangsamen.
Der beste Schutz: Laute Situationen vermeiden oder Lautstärke an der Quelle senken. Wo das nicht geht, empfehlen wir hochwertigen Geh örschutz wie spezielle Ohrstöpsel.

Dr. Couth betont: Audiologen sollten die Cochlea-Haarzellen genau überwachen, um frühe Schäden zu erkennen.
Nach Richtlinien von Audiologen halbiert sich die sichere Expositionsdauer bei jedem 3-dB-Anstieg: 4 Stunden bei 88 dB, 2 Stunden bei 91 dB usw.
„Die meisten Konzerte überschreiten 100 dB – hier sollten Sie ohne Schutz maximal 15 Minuten bleiben“, warnt Dr. Couth.
„Nur 6 Prozent der Musiker nutzen konsequent Ohrschutz.“
„Wir fordern Musiker, Clubgänger und Konzertfans auf: Tragen Sie Ohrstöpsel, die für Musik optimiert sind – Klangqualität bleibt erhalten, Gehörschäden werden minimiert.“