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Ärzte warnen: Gehen Sie bei Herzinfarkt-Symptomen nicht ohne Krankenhausbehandlung – Studie zu COVID-19-Effekten

Studien zeigen: In England gab es bis Ende Mai rund 5.000 weniger Krankenhauseinweisungen wegen Herzinfarkts als erwartet. Dies deutet darauf hin, dass Tausende Menschen während des Coronavirus-Ausbruchs lebenswichtige Behandlungen verpasst haben.

Bis Ende Mai erholten sich die Einweisungszahlen teilweise, blieben jedoch unter den Erwartungswerten. Ende März 2020 wurden nur zwei Drittel der erwarteten Fälle mit Herzinfarkt hospitalisiert.

Die im renommierten The Lancet veröffentlichte Studie basiert auf Daten von NHS Digital, die wöchentlich von NHS Hospital Trusts in England gesammelt werden. Sie ermöglichten präzise Einblicke in die Krankenhauseinweisungen.

Forscher verglichen die wöchentlichen Raten von 2020 mit 2019 und stellten zu Pandemiebeginn einen deutlichen Rückgang der Herzinfarkt-Einweisungen fest.

Bei STEMI-Herzinfarkten – verursacht durch vollständige Verschlüsse einer Herzkranzarterie – sank die Zahl um fast ein Viertel (23 %). Betroffene haben ein hohes Risiko für Herzstillstand und benötigen dringend einen Eingriff zur Wiederöffnung der Arterie sowie Medikamente.

Bei NSTEMI-Herzinfarkten mit teilweiser Blockade fielen die Einweisungen um 42 %. Diese Patienten erfordern rasche Diagnostik, Medikation und oft interventionelle Maßnahmen.

Ärzte warnen: Gehen Sie bei Herzinfarkt-Symptomen nicht ohne Krankenhausbehandlung – Studie zu COVID-19-Effekten

Dr. Marion Mafham, Clinical Research Fellow am Nuffield Department of Population Health der University of Oxford und Leitautorin, betont: „Unsere Daten belegen, dass deutlich weniger Herzinfarkt-Patienten während der Pandemie ins Krankenhaus kamen.“

„Jeder mit Brustschmerzen sollte sofort den Notruf wählen – jede Verzögerung erhöht das Risiko für Tod oder schwere Komplikationen.“

Zudem stieg der Anteil an unmittelbaren Eingriffen am Einweisungstag, und die Krankenhausaufenthalte verkürzten sich.

Professor Colin Baigent, Direktor der MRC Population Health Research Unit an der University of Oxford, erklärt: „Manche scheuen noch immer das Krankenhaus aus Angst vor COVID-19. Doch das Risiko, an einem unbehandelten Herzinfarkt zu sterben, ist weitaus größer als eine Virusinfektion. Der NHS bietet exzellente kardiologische Versorgung.“

Ähnliche Rückgänge bei Einweisungen und Eingriffen wurden in anderen europäischen Ländern und den USA beobachtet.

Die Oxford-Forscher kooperierten mit NHS Digital sowie Experten von University of Keele, University of Leeds, Imperial College London, University College London, Barts Health NHS Trust und Royal Brompton and Harefield NHS Foundation Trust.

Dr. Sonya Babu-Narayan, stellvertretende medizinische Direktorin der British Heart Foundation: „Die geschätzten 5.000 'fehlenden' Herzinfarkte in britischen Krankenhäusern sind alarmierend. Viele verzögerten Hilfe und riskierten Tod oder bleibende Schäden.“

„A&E-Besuche haben sich dank Aufklärungskampagnen normalisiert. Dennoch: Rufen Sie bei Verdacht sofort 999 an – jahrzehntelange Forschung macht eine schnelle Therapie lebensrettend.“