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DRIFT-Therapie halbiert Risiko kognitiver Beeinträchtigungen bei Frühgeborenen mit schwerer Hirnblutung – 10-Jahres-Studie

Experten der Bristol Medical School haben in einer umfassenden 10-Jahres-Folgestudie gezeigt: Frühgeborene mit schweren Hirnblutungen überleben doppelt so häufig ohne schwere Lernschwierigkeiten, wenn sie die innovative DRIFT-Therapie erhalten.

Forscher aus Bristol entwickelten 1998 die Drainage, Spülung und fibrinolytische Therapie (DRIFT), die 2003 erstmals klinisch erprobt wurde.

Sie gilt als einzige evidenzbasierte Behandlung für Säuglinge mit schwerer intraventrikulärer Hämorrhagie (IVH), die sonst zu massiven Lernbehinderungen und Zerebralparese führen kann.

Die Methode spült die Gehirnventrikel, entfernt potenziell toxische Flüssigkeiten und senkt den intrakraniellen Druck, um bleibende Schäden bei Frühgeborenen zu minimieren.

In der vom National Institute for Health Research geförderten Studie wurden 52 von 65 Überlebenden aus der Originalkohorte von 77 Frühgeborenen mit IVH nachgeholt. Diese hatten an der randomisierten kontrollierten Trial teilgenommen: 39 erhielten DRIFT, 38 die Standardtherapie mit Lumbalpunktionen zur Ventrikelkontrolle und Druckreduktion.

Das Team unter Leitung von Dr. Karen Luyt bewertete die Kinder im Alter von 10 Jahren umfassend.

Ergebnis: DRIFT-Patienten überlebten mit nahezu doppelter Wahrscheinlichkeit ohne schwere kognitive Defizite und besuchten häufiger reguläre Schulen als die Kontrollgruppe.

Dr. Karen Luyt, Dozentin für Neugeborenenmedizin an der Bristol Medical School: „Hirnblutungen zählen zu den gravierendsten Komplikationen bei Frühgeburten und erhöhen das Risiko schwerer Lernbehinderungen erheblich.“

„Eine zweijährige Nachbeobachtung zeigte bereits Vorteile, doch wir mussten prüfen, ob sie langfristig bestehen.“

Sie ergänzt: „Die Studie belegt klar, dass DRIFT sekundäre Hirnschäden mindert – und dieser Effekt hält bis ins Schulalter an. Wir hoffen, dies fließt in UK- und internationale Leitlinien ein, um DRIFT als Standard einzuführen und vulnerable Babys zu schützen.“

„Unser Dank gilt den Familien und Kindern für ihren Beitrag zur Weiterentwicklung dieser Therapie.“

Die Bewertung umfasste kognitive Tests, Sehen, Motorik, Verhalten sowie Elterninterviews und schulische Leistungen.