Beratende Wissenschaftler raten Friseuren dringend, Gesichtsbedeckungen anstelle von reinen Visiere zu tragen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.
Experten der New and Emerging Respiratory Virus Threats Advisory Group (Nervtag) warnen: Kunststoff-Gesichtsschutzschilde bieten in Friseursalons keine zuverlässige Barriere gegen die Übertragung von COVID-19 durch Aerosole.
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In Dokumenten der Scientific Advisory Group for Emergencies (Sage), veröffentlicht am Freitag, fordert Nervtag eine Änderung der Leitlinien.
Gesichtsschutzschilde schützen den Träger vor großen Tröpfchen und Splashes durch die Augen. Gegen feine Aerosole sind sie jedoch unwirksam.

Es fehlen Belege, dass Visiere eine effektive Quellenkontrolle für Tröpfchen oder Aerosole bieten, heißt es im Dokument vom 22. Juli.
Die Experten empfehlen: „Leitlinien für enge Kontaktsituationen wie beim Friseur, die derzeit nur Visiere vorschreiben, sollten auf Gesichtsbedeckungen umgestellt werden.“
In England durften Friseure seit dem 4. Juli nach dreimonatiger Schließung wieder öffnen – mit Schutzmaßnahmen, aber ohne Pflicht zu Gesichtsbedeckungen.
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Regierungsleitlinien für enge Kontaktdienste wie Friseursalons erkennen Distanzierungsprobleme an: „Mitarbeiter arbeiten lange nah am Gesicht, Mund und Nase des Kunden.“
Sie fordern: „Zusätzlich zu Standardmaßnahmen ein durchsichtiges Visier, das Stirn bis Kinn bedeckt und seitlich ums Gesicht liegt, um Tröpfchen abzufangen.“
Sage-Dokumente erwähnen einen Schweizer Ausbruch: Visier-Träger waren häufiger infiziert als Maskenträger – mit Vorbehalt, da noch nicht offiziell publiziert.
Weitere Empfehlungen: Gute Belüftung priorisieren, besonders in engen Räumen mit längeren Aufenthalten oder höherem Infektionsrisiko wie Arztpraxen.