DeuAq.com >> Leben >  >> Wissenschaft

Einsamkeit im Erwachsenenalter: Wie sie sich je nach Lebensphase unterscheidet – Studie der Uni Maastricht

Eine neue Studie der Universität Maastricht zeigt: Einsamkeit wird im Erwachsenenalter altersabhängig erlebt.

Die Forscher betonen, dass es keinen universellen Ansatz gegen Einsamkeit gibt. Faktoren wie Kontakte zu Freunden und Familie, wahrgenommene Gesundheit oder Erwerbstätigkeit variieren über die Lebensphasen.

Thanée Franssen, die korrespondierende Autorin, erklärt: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass während der COVID-19-Pandemie das Gefühl der Einsamkeit bei Erwachsenen je nach Lebensphase durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst wird.“

„Zum Beispiel können junge Erwachsene derzeit nicht mehr persönlich mit Freunden oder Kommilitonen interagieren. Dies sollte bei der Bewertung der Pandemie-Auswirkungen berücksichtigt werden.“

Chronische Einsamkeit schadet der Gesundheit so stark wie das Rauchen von 15 Zigaretten täglich – schlimmer als Adipositas und mit höherem Risiko für Herzkrankheiten und Schlaganfälle verbunden, wie frühere Studien belegen.

Forscher der Universität Maastricht und des öffentlichen Gesundheitsdienstes Süd-Limburg nutzten Daten aus den Niederlanden (September bis Dezember 2016). Sie analysierten Zusammenhänge zwischen demografischen, sozialen und gesundheitlichen Faktoren und Einsamkeit bei 6.143 jungen Erwachsenen (19–34 Jahre), 8.418 im frühen Mittalter (35–49 Jahre) und 11.758 im späten Mittalter (50–65 Jahre).

Die Studie erschien open access im BMC Public Health und ergab: Insgesamt fühlten sich 10.309 (44,3 %) der 26.319 Befragten einsam.

Bei jungen Erwachsenen waren es 2.042 (39,7 %), im frühen Mittalter 3.108 (43,3 %) und im späten Mittalter 5.159 (48,2 %).

Einsamkeit im Erwachsenenalter: Wie sie sich je nach Lebensphase unterscheidet – Studie der Uni Maastricht

Über alle Altersgruppen hinweg galten Faktoren wie Alleinleben, Nachbarkontakte, psychische Belastung und emotionales Wohlbefinden als mit Einsamkeit assoziiert. Am stärksten wog das Gefühl der Ausgrenzung.

Alterspezifisch: Bei Jungen hing Einsamkeit stark von Freundeskontakten ab, Bildung spielte nur hier eine Rolle. Erwerbsstatus war relevant im frühen Mittalter, Familienkontakte in beiden mittleren Altersgruppen, wahrgenommene Gesundheit nur im späten Mittalter.

Die Experten vermuten: Abweichungen von Altersnormen wie Schulabschluss, Job oder Familie fördern Einsamkeit.

Diese Unterschiede spiegeln sich in den jeweiligen Lebensnormen wider, so Franssen: „Zur Entwicklung gezielter Interventionen müssen wir alterspezifische Faktoren identifizieren. Viele aktuelle Maßnahmen wirken universell und begrenzt – sie sollten altersgerecht angepasst werden.“

Die Autoren weisen auf Limitationen hin: Beziehungsqualität wurde nicht erfasst, und der Querschnittsdesign erlaubt keine Kausalitätsschlüss.