Forscher der UCL und der London School of Hygiene & Tropical Medicine (LSHTM) fordern eine Ausweitung des NHS Test-and-Trace-Programms, um Schulen sicher wieder zu öffnen.
Eine neue Modellstudie unterstreicht: Die vollständige Wiedereröffnung von Schulen im September muss mit einer hochabdeckenden Test-, Trace- und Isolierungsstrategie (TTI) kombiniert werden, um eine zweite COVID-19-Welle in diesem Jahr zu verhindern. Dies wird durch australische Realstudien gestützt, die niedrige Übertragungsraten in Schulen und Kindergärten belegen.
Die Simulation untersucht Szenarien mit gesellschaftlicher Lockerung – wie Rückkehr von Eltern ans Büro und mehr Community-Kontakte. Die Experten betonen: Mit erhöhtem Testumfang, effektiver Kontaktverfolgung und Isolierung könnte ein erneuter Ausbruch verhindert werden. Im Worst-Case-Szenario, veröffentlicht in The Lancet Child & Adolescent Health, wäre die zweite Welle jedoch 2,3-mal höher als die erste.
Dies folgt Vorschlägen wie dem von Professor Graham Medley (BBC): Kneipen könnten schließen müssen, um Schulen priorisiert zu öffnen – ein Kompromiss für das Kindeswohl.
Im optimistischen Modell (68 % Kontaktabdeckung) bleibt die Epidemie stabil; pessimistisch (40 %) eskaliert sie. Aktuell liegt die Abdeckung bei rund 50 %, wie LSHTM-Professor Chris Bonell berichtet: „81 % der Positiven werden interviewt, 81 % melden Kontakte, 75 % werden erreicht – ergibt 50 % Gesamtabdeckung.“

Bonell: „Eine zweite Welle ist vermeidbar, wenn symptomatische Fälle erfasst und Kontakte isoliert werden. Ohne TTI könnte sie zwei- bis 2,3-mal größer werden.“ Aktuelle ONS-Daten: 4.200 Neuinfektionen täglich vs. 4.200 positive Tests wöchentlich – nur 1:7-Erkennungsrate. Positiv: Abdeckung steigt.
Ohne adäquate TTI löst Schulföffnung plus Lockerungen eine Welle aus, die im Dezember peakt. Annahmen: 70 % Eltern zurück ins Büro, Community-Mischung +90 %.

Dr. Jasmina Panovska-Griffiths (UCL): „Vollständige Schulföffnung ohne TTI birgt Risiken – mit umfassender Strategie ist sie sicher.“ Prof. Russell Viner (UCL): „Modelle und reale Daten bestätigen geringe Übertragung in Schulen.“
Australische Studie (The Lancet, New South Wales): Von 27 infizierten Schul- und Kita-Besuchern folgten nur 18 Weiterinfektionen. Fazit: „Kinder und Lehrer tragen kaum zur Ausbreitung bei.“
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Regierung: „Pläne für sichere Schulföffnung vorhanden. Lokale Behörden passen Maßnahmen an Daten an.“