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Studie der Arizona State University: Jedes getestete menschliche Gewebe nimmt Mikroplastik auf

Korrektur (18/08): Die Überschrift und der Inhalt dieses Artikels wurden aktualisiert, um zu verdeutlichen, dass Forscher Mikroplastik menschlichem Gewebe aussetzten, bevor sie es untersuchten.

Frühere Studien an Wildtieren haben die Exposition gegenüber Mikro- und Nanoplastik mit Unfruchtbarkeit, Entzündungen und Krebs in Verbindung gebracht. Die gesundheitlichen Folgen beim Menschen sind jedoch bisher unbekannt. Forscher der Arizona State University haben nun in einer neuen Studie gezeigt, dass menschliche Organe und Gewebe Spuren von Nano- und Mikroplastik aufnehmen können.

Das Team untersuchte 47 Proben aus Lunge, Leber, Milz und Niere – vier Organe, die besonders anfällig für Mikroplastik sind, da sie filtern oder speichern. Die Proben stammen aus einem bestehenden Archiv für Gehirn- und Körpergewebe zur Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer.

Nach der Exposition der Gewebeproben gegenüber verschiedenen Mikroplastiken und Analyse mittels Massenspektrometer fanden die Wissenschaftler in jeder Probe Kunststoffrückstände, darunter Polycarbonat (PC), Polyethylenterephthalat (PET) und Polyethylen (PE). Bisphenol A (BPA), eine Substanz mit bekannten Gesundheitsrisiken, die dennoch in vielen Lebensmittelbehältern vorkommt, wurde in allen 47 Proben nachgewiesen.

„Kunststoffe verunreinigen die Umwelt weltweit, und in wenigen Jahrzehnten sehen wir sie nicht mehr als Segen, sondern als Bedrohung“, erklärt Co-Autor und Doktorand Charles Rolsky. „Es gibt Hinweise, dass Plastik in unseren Körper gelangt, doch nur wenige Studien haben danach gesucht. Wir wissen noch nicht, ob es nur lästig ist oder echte Gesundheitsgefahren birgt.“

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Die Forscher entwickelten zudem ein Computerprogramm, das Partikelanzahlen in standardisierte Masse- und Oberflächeneinheiten umrechnet. Es steht online zur Verfügung, damit andere Wissenschaftler ihre Ergebnisse einheitlich berichten können.

Nächster Schritt: Die Untersuchung potenzieller Gesundheitsrisiken durch Plastikkontamination. „Wir wollen nicht unnötig alarmieren, aber es ist besorgniserregend, dass diese nicht abbaubaren Materialien in menschliches Gewebe eindringen und sich ansammeln können, ohne dass wir die Auswirkungen kennen“, sagt Doktorand und Co-Autor Varun Kelkar. „Mit besseren Daten zu den Geweben können wir epidemiologische Studien starten und Risiken bewerten.“