DeuAq.com >> Leben >  >> Wissenschaft

Brustkrebs-Früherkennung ab 40: Bis zu 400 Leben pro Jahr rettenbar – Studie aus Lancet Oncology

Laut führenden Wissenschaftlern könnte ein Brustkrebs-Screening für Frauen in den 40ern jährlich bis zu 400 Leben retten, ohne signifikante Überdiagnosen zu verursachen.

Die Ergebnisse, publiziert in der renommierten Lancet Oncology, basieren auf Daten von über 160.000 Frauen.

Derzeit bietet das NHS-Screening-Programm Frauen von 50 bis 70 Jahren alle drei Jahre Mammographien an. Frauen mit hohem genetischem Risiko können früher gescreent werden. Basierend auf der britischen Bevölkerung in den 40ern prognostizieren die Forscher 300 bis 400 gerettete Leben pro Jahr bei einer Inanspruchnahme von 70 Prozent, wenn das Screening-Alter gesenkt würde.

Die Mammographie, ein Röntgentest, erkennt winzige Krebsherde, die weder sichtbar noch tastbar sind. In Großbritannien erkranken etwa eine von acht Frauen lebenslang an Brustkrebs. Frühe Erkennung verbessert die Heilungschancen erheblich.

Es gibt jedoch Debatten über das Risiko von Überdiagnosen: Harmlose Krebsarten könnten unnötige Behandlungen und Belastungen auslösen.

Um Klarheit zu schaffen, analysierten Experten der Queen Mary University of London Daten aus dem UK Breast Screening Age Trial (1990–1997).

Über 160.000 Frauen im Alter von 39 bis 41 wurden randomisiert: Eine Gruppe erhielt jährliche Mammographien, die andere das Standard-NHS-Screening ab 50. Die 23-jährige Nachbeobachtung zeigte: In den ersten 10 Jahren sank die Brustkrebssterblichkeit um 25 Prozent.

Insgesamt wurden 620 Lebensjahre gerettet, das entspricht 11,5 Jahren pro 1.000 gescreenten Frauen.

Die Forscher sprechen von einer „bescheidenen“ Überdiagnose bei 40- bis 49-Jährigen – alle Fälle wären ohnehin ab 50 diagnostiziert worden.

Leitender Forscher Professor Stephen Duffy (Queen Mary University of London): „Dieses langfristige Follow-up bestätigt: Screening unter 50 rettet Leben. Der Hauptbenefit zeigt sich in den ersten 10 Jahren, langfristig ein gerettetes Leben pro 1.000 Frauen. Mit moderner Technik könnte der Nutzen sogar höher ausfallen.“

  • Abonnieren zum Science Focus Podcast auf diesen Diensten: Acast, iTunes, Stitcher, RSS, Overcast

Professorin Shirley Hodgson (St. George’s, University of London) zur Krebsgenetik: Die Studie liefert „eindeutige Beweise“, dass Screening ab 40 Leben rettet – insbesondere bei frühen Stadien (1 und 2). Moderne Techniken könnten jedoch mehr falsch-positive Ergebnisse erzeugen, Überdiagnosen waren hier minimal.

Sophia Lowes (Cancer Research UK): Die Studie zeigt einen anfänglichen Nutzen, der nachlässt. Allein reicht sie nicht für eine Altersabsenkung; weitere Forschung zum Nutzen-Risiko-Verhältnis ist nötig. Im Vergleich zum aktuellen Programm bräuchte man sechsmal mehr Screenings bei Jüngeren pro gerettetem Leben, mit Risiken falsch-positiver Befunde und Überdiagnosen.