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Studie: Kinder spielten bei der COVID-19-Pandemie in England eine begrenzte Rolle

Eine neue Studie des Public Health England (PHE) belegt: Kinder unter 16 Jahren machten während des ersten COVID-19-Höhepunkts in England nur 1 Prozent der Coronavirus-Fälle aus.

Die Autoren liefern damit weitere Evidenz für die begrenzte Rolle von Kindern in der Pandemie. Die Untersuchung erscheint zeitlich passend, nachdem Premierminister Boris Johnson den ganztägigen Schulunterricht für alle Kinder ab dem nächsten Monat als richtigen Schritt für alle bezeichnete – unterstützt durch verstärkte Tests und Kontaktverfolgungen für eine sichere Rückkehr.

Zwischen dem 1. Januar und 3. Mai 2020 wurden in England von 540.305 getesteten Personen 129.704 positiv auf SARS-CoV-2 nachgewiesen, schreiben die Forscher in den Archives of Disease in Childhood.

Der erste bestätigte Kindfall datiert auf den 29. Februar. Ab der zweiten Märzwoche stiegen die Fälle bei Kindern an, erreichten am 11. April ihren Höhepunkt und nahmen dann ab – ein Muster, das auch bei Erwachsenen zu beobachten war.

Insgesamt wurden 35.200 Tests bei Kindern unter 16 Jahren durchgeführt, mit 1.408 positiven Ergebnissen (ca. 4 %). Im Vergleich: Bei Erwachsenen lagen die Positivitätsraten bei 19,1–34,9 %.

Kinder machten 1,1 % aller COVID-19-Fälle aus, etwas mehr als die Hälfte (53 %) waren Jungen.

Studie: Kinder spielten bei der COVID-19-Pandemie in England eine begrenzte Rolle

Die höchste Fallzahl bei Kindern unter drei Monaten spiegelt laut Forschern die intensivere Testpraxis wider: Junge Säuglinge werden bei Unwohlsein häufiger untersucht.

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Während des Beobachtungszeitraums starben acht Kinder mit bestätigtem COVID-19. In vier Fällen war eine andere Todesursache primär, SARS-CoV-2 trug zufällig oder indirekt bei. Drei der vier Kinder im Alter von 10–15 Jahren hatten multiple Vorerkrankungen.

Die Autoren betonen: Bis 3. Mai 2020 gab es keinen Anstieg der Kindersterblichkeit in der Altersgruppe 0–15 Jahre.

Studie: Kinder spielten bei der COVID-19-Pandemie in England eine begrenzte Rolle

Zusammenfassend: "Die Erfahrungen in England unterstützen die wachsende Evidenz für die begrenzte Rolle von Kindern in der COVID-19-Pandemie, mit etwas über 1 % der Fälle bei Kindern. Trotz hoher Testzahlen waren nur 4 % positiv. Unsere Daten sprechen gegen eine zentrale Rolle von Kindern bei Infektion und Übertragung."

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Vorherige Studien deuten auf geringere ACE2-Expression im Nasenepithel von Kindern hin – ein Enzym, an das SARS-CoV-2 bindet.

Offen bleibt, ob asymptomatische Kinder zur Übertragung beitragen. Andere Arbeiten zeigen jedoch niedrige Haushaltsinfektionsraten bei Kindern; sie waren selten die Primärinfizierten.

Studie: Kinder spielten bei der COVID-19-Pandemie in England eine begrenzte Rolle

Das Expertenteam von PHE, University of Oxford, Evelina London Children's Hospital, King's College London und London School of Hygiene & Tropical Medicine schlussfolgert: "Kinder machen weltweit nur einen kleinen Teil der Fälle aus und weisen niedrige Sterblichkeitsraten auf."

Hauptautor Dr. Shamez Ladhani (PHE): "Das geringe Infektionsrisiko bei Kleinkindern könnte auf weniger ACE2-Rezeptoren und eine andere Immunreaktion zurückzuführen sein. Die Daten beruhigen, decken aber die Lockdown-Phase ab. Bei Lockerungen müssen wir asymptomatische Fälle und Übertragung enger beobachten."

Studie: Kinder spielten bei der COVID-19-Pandemie in England eine begrenzte Rolle

PHE kündigt Analysen zu Schulen und Antikörperstudien an.

Prof. Russell Viner (Royal College of Paediatrics and Child Health): "Hochwertige Daten bestätigen international: Kinder sind wenig betroffen. Jeder Kindstod ist tragisch, doch die niedrige Rate ist überschätzt. Kinder spielen eine untergeordnete Rolle."

Dr. Mike Tildesley (University of Warwick): "Schulöffnungen bergen geringes Risiko pro Kind. Eltern vulnerabler Kinder sollten dennoch vorsichtig sein."