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Studie warnt: Über 57 % der britischen Männer zeigen stark zunehmendes sedentäres Verhalten

Laut einer renommierten Studie haben britische Männer in den letzten zwei Jahrzehnten eine unerwartet starke Zunahme inaktiver Lebensweisen gezeigt.

Die Analyse offenbart, dass sedentäres Verhalten – definiert als mehr als 4,5 Stunden Sitzen pro Tag – bei beiden Geschlechtern seit 2002 gestiegen ist, wobei der Anstieg bei Männern in Großbritannien besonders alarmierend ausfällt.

Veröffentlicht in der Fachzeitschrift BMC Public Health, untersuchte die Studie Daten von 2002 sowie 2005, 2013 und 2017 zu Bewegungsmangel in ganz Europa.

Forscher aus Madrid bewerteten fast 100.000 EU-Bürger, darunter britische Erwachsene, hinsichtlich ihrer Sitzzeiten.

Europaweit stieg der Anteil der stark Sitzenden von 49,3 % im Jahr 2002 auf 54,5 % im Jahr 2017.

Bei Männern war der Zuwachs besonders hoch in Ländern wie Österreich, Deutschland, Großbritannien, Ungarn, Irland, Litauen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Schweden und den Niederlanden – höher als prognostiziert.

In Großbritannien saßen 2002 noch 45,7 % der Männer mehr als 4,5 Stunden täglich, 2017 waren es bereits 57,2 %. Bei Frauen stieg der Wert von 42,4 % auf 49,7 %.

Landesweit schätzen die Experten einen Zuwachs um 22,5 %. Mögliche Ursachen: Längere Pendelzeiten, arbeitssparende Geräte, ungleiche Infrastruktur für aktive Lebensstile sowie technologiebasierte Arbeit und Freizeit.

Studienleiter Dr. Xian Mayo Mauriz betont: „Mehr als 4,5 Stunden Sitzen täglich erhöht das Risiko für Herzkrankheiten erheblich. Der Anstieg in Europa könnte die Öffentliche Gesundheit massiv belasten.“

Er führt dies auf zunehmende Nutzung von Smartphones und Streaming-Diensten zurück und fordert Regierungen auf, Sitzzeiten zu reduzieren und Bewegung zu fördern.

Eine weitere Untersuchung der Queen Mary University of London warnt: Fettleibigkeit im Kindesalter könnte zu mehr Multipler Sklerose (MS)-Fällen führen. Frühere Studien zeigen, dass 50 % des MS-Risikos auf Umweltfaktoren wie Adipositas und Rauchen entfallen.

Im International Journal of Epidemiology publiziert, prognostiziert die Studie bis 2035 10 % der britischen MS-Fälle auf Kindheitsfettleibigkeit zurück.