Eine aktuelle Studie des Karolinska Instituts in Stockholm deutet darauf hin, dass Schlaflosigkeit ein signifikanter Risikofaktor für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes sein kann.
Die Forscher identifizierten insgesamt 34 Risikofaktoren, die das Erkrankungsrisiko erhöhen (19) oder senken (15). Weitere 21 Faktoren zeigen schwächere Evidenz.
Dazu zählen Depressionen, systolischer Blutdruck, Rauchbeginn, lebenslanges Rauchen, Kaffeekonsum (Koffein), erhöhte Blutplasmaspiegel der Aminosäuren Isoleucin, Valin und Leucin sowie das Leberenzym Alaninaminotransferase. Auch BMI im Kindes- und Erwachsenenalter, Körperfettanteil, viszerale Fettmasse, Ruheherzfrequenz und vier spezifische Fettsäuren spielen eine Rolle.
Um diese Faktoren zu ermitteln, durchsuchten die Wissenschaftler Metaanalysen und Übersichtsartikel in der PubMed-Datenbank und fanden 1.360 relevante Publikationen. Insgesamt wurden 97 potenzielle Risikofaktoren mittels mendelschischer Randomisierung (MR) geprüft – einer Methode, die genetische Variationen als natürliches Experiment nutzt, um kausale Zusammenhänge in Beobachtungsdaten zu validieren.
Die Studie von Associate Professor Susanna Larsson und Shuai Yuan, veröffentlicht in Diabetologia der European Association for the Study of Diabetes, liefert robuste Hinweise auf kausale Effekte bei 34 Expositionen.

Schlaflosigkeit erhöht das Risiko um 17 % im Vergleich zu Personen ohne Schlafstörungen. Die 15 schützenden Faktoren umfassen Plasma-Alanin, HDL-Cholesterin (gutes Cholesterin), Gesamtcholesterin, Menarchealter bei Frauen, Testosteronspiegel, Sexualhormon-bindendes Globulin (BMI-adjustiert), Geburtsgewicht, Körpergröße im Erwachsenenalter, fettfreie Körpermasse bei Frauen, vier Plasmafettsäuren, Vitamin D und Ausbildungsjahre.
Nach BMI-Anpassung im Erwachsenenalter blieben acht Risikofaktoren signifikant – unabhängig vom Körpergewicht. Schlaflosigkeit persistierte, wobei das Risiko von 17 % auf 7 % sank, was auf eine teilweise Vermittlung durch BMI hindeutet. Systolischer Blutdruck, lebenslanges Rauchen und Leberenzymwerte blieben ebenfalls relevant.
Schützende Effekte von Gesamtcholesterin, HDL, Testosteron und Sexualhormonen hielten ebenfalls stand.
Zu den 21 potenziellen Faktoren mit moderater Evidenz gehören Alkoholkonsum, Frühstücksverzicht, Mittagsschlaf, kurzer Schlaf, Urin-Natrium sowie Aminosäuren und Entzündungsmarker.
Die Autoren fassen zusammen: „Unsere Studie bestätigt bekannte Risikofaktoren und identifiziert neue unter Verwendung aktueller Zusammenfassungsdaten. Die Ergebnisse sollten Primärprävention fördern – durch Reduktion von Adipositas und Rauchen, Verbesserung der psychischen Gesundheit, Schlafqualität, Bildung und Geburtsgewicht.“