„Mini-Organe“, gezüchtet aus Stammzellen des Patientengewebes, bieten Kindern mit Darmversagen neue Hoffnung. Das zeigt eine bahnbrechende Studie führender Experten.
Wissenschaftler des Francis Crick Institute, des Great Ormond Street Hospital (GOSH) und des UCL Great Ormond Street Institute of Child Health (ICH) haben menschliche Darmtransplantate aus Patientenstammzellen im Labor erzeugt. Diese Arbeit legt den Grundstein für personalisierte Transplantationen bei Kindern mit Darmversagen.
Dr. Vivian Li, leitende Autorin und Leiterin des Stem Cell and Cancer Biology Laboratory am Crick, betont: „Es ist dringend notwendig, neue Therapien für Kinder ohne funktionierenden Darm zu entwickeln. Parenterale Ernährung birgt mit zunehmendem Alter schwere Komplikationen wie Infektionen oder Leberversagen.“
„Wir haben einen Prozess perfektioniert, um eine funktionale Darmschicht im Labor wachsen zu lassen. Das bringt uns näher an regenerative Medizin mit autologem Material heran und mindert Risiken wie Transplantatabstoßung.“
Kinder mit Darmversagen können lebenswichtige Nährstoffe nicht aufnehmen. Parenterale Ernährung ist zwar möglich, führt jedoch zu schweren Komplikationen wie Leitungsinfektionen und Leberversagen.
Bei Bedarf an Transplantationen fehlen Spenderorgane, und Abstoßungsreaktionen sind häufig. Die Proof-of-Concept-Studie in Nature Medicine demonstriert, wie Darmstammzellen aus Biopsien die innere Darmschicht züchten, die Peptide verdaut und Saccharose spaltet.
Aus Biopsien von 12 Kindern mit oder Risiko für Darmversagen entstanden in vier Wochen über 10 Millionen Stammzellen pro Patient. Entwertetes Dünn- und Dickdarmgewebe diente als Gerüst für diese intestinalen Organoide.
Unter präzisen Kulturbedingungen differenzierten sich die Zellen zu funktionalen Darmzelltypen. Die Transplantate verdauen Proteine und Saccharose effizient.
Dieser Ansatz zielt auf vollständige Darmschichten ab – inklusive Muskeln und Gefäße – als langlebige Alternative zu Spenderorganen.
Professor Paolo De Coppi, leitender Kinderchirurg am GOSH, nennt es „einen wichtigen Fortschritt in der regenerativen Medizin“. Dickdarmgewebe als Gerüst erweitert die Optionen. Weitere Studien sind essenziell für klinische Anwendung.
Die Forscher zeigten zudem, dass die Transplantate in Mäusen überleben und reifen. Nächster Schritt: Weitere Schichten aufbauen.